25.8.15

BH-Sew-Along Teil 2: Material

Julia von Ebenjulia veranstaltet einen BH-Sew-Along, wie toll! Nach Schwangerschaft und Stillzeit kann ich gut ein paar neue BHs gebrauchen, da kommt mir das doch wie gerufen.
Ich habe schon einige BHs, Unterhosen und auch Badeanzüge genäht und bin ganz gut mit den Materialien und Arbeitsweisen vertraut.
Ich habe auch mal einen Post mit allen Nähschritten geschrieben, der ist hier zu finden.

Bisher habe ich immer das gleiche Schnittmuster verwendet (bis auf den ersten, aber den habe ich längst auseinander genommen) und könnte vielleicht mal ein anderes probieren.
Da ich den ersten Sew-Along Teil urlaubsbedingt verpasst habe überspringe ich das Thema Inspiration und Planung großzügig und tauche gleich in mein Materialkörbchen ein.

Die meisten Shops wurden in anderen Beiträgen schon erwähnt. 
Ich habe einige Sets von Merckwaerdigh verarbeitet. Die sind schön aufeinander abgestimmt. Die, die ich hatte, hätten mit nur ganz wenig mehr Material gut für BH und zwei Slips gereicht (anstatt nur für einen), das fand ich ein wenig ärgerlich. 


Das ist mein schönster BH nach einem Merckwaerdigh-Set, ausserdm habe ich diese und diese Sachen genäht.

Grundsätzlich finde ich Sets gerade für den Anfang superpraktisch, alle Sachen passen zusammen und es ist an jedes Kleinteil gedacht. Aber irgendwann möchte man auch mal selbst zusammenstellen und da sammelt sich schnell eine Menge Zeug an. Für BHs braucht man ja oft nur sehr wenig von einem Material, gefährlich...


Mein Unterwäschematerialien sammle ich in einem Korb, halbwegs sortiert in Tütchen.

Man braucht eine Auswahl an elastischer Spitze. Die kann man auch gut für Nachthemden und Unterkleider verwenden. Für einen BH können etwa 15cm schon reichen.




Das Schnittmuster was ich bisher erfolgreich vernäht habe heisst Shelley und ist von Pin-up-Girls. Es ist für feste Stoffe gedacht und verspricht mit dem hochgezogenen Seitenteil einen stabileren Halt. Im Schnittmuster wird Duoplex verlangt. Ich habe einen Stoff der so heisst in Europa nicht gefunden und mir deswegen im Shop dort (Kanada) einige Farben bestellt. Man bekommt auch kleine Mengen und sie haben das farblich passende Powernet (das dehnbare Material für die Rückenteile von dem man noch weniger braucht) dazu. Duoplex ist sehr fest, auf der einen Seite leicht glänzend und ganz glatt. Man kann daraus ungefütterte Körbchen nähen, die sehr stabil sind.



Sonst habe ich das meiste Material von Wien2002, dort gibt es einfach eine tolle Auswahl zu einem unschlagbaren Preis.
Blöd ist, daß man hier echt an die Grenzen des Online-Shoppings kommt. Auch wenn die Bänder und Stoffe in allen möglichen Schattierungen zu haben sind und die tollsten Namen haben kann man doch nicht hundertprozentig sicher sein, daß bei Ankunft alles so zueinander passt wie man es sich vorgestellt hat. Und diese Kleinteilbestellung ist recht aufwändig.
Ich saß bei der letzten Bestellung zweidrei Tage davor und habe mehrfach den ganzen Shop durchforstet. Theoretisch braucht man für einen BH Trägerband, Unterbrustband, Wäschegummi, Bügelband, den Verschluss, evt. Spitze, Stoff und evt. Powernet in einer Farbe (oder zueinander passend). Dazu noch Charmeuse, vor allem wenn man dehnbare Stoffe als Unterbrustband oder Mittelstück verstärken muss.
Zum Verstärken der Spitzenoberkante nehme ich durchsichtiges Framilongummiband, das habe ich hier, in den Sets die ich hatte war auch hierfür noch farblich passendes Gummi rausgesucht.
Manchmal ist dann nicht alles da und man beginnt mit einem anderen Farbton von vorn, puh, ganz schön anstrengend. Dazu ständig auf den Zettel gucken, daß man auch nichts vergisst...

Einen Trick habe ich rausgefunden: Wenn man genau weiss, in welcher Farbe man etwas sucht kann man einfach diese ins Suchfeld eingeben, z.B. kirschrot oder pflaume oder neongelb, es kommen dann alle Produkte in der Farbe und man kann sich seine Auswahl zusammenstellen. Das geht wesentlich schneller als wenn man alle Kategorien nacheinander anklickt und jedesmal drölfzig Seiten nach dem einen Farbton durchscrollt.


Was ich komplett neu bestellt habe ist das Material für einen auberginefarbenen BH. Ich habe als Stoff Simplex genommen, der tadaa, im Prinzip wie Duoplex ist nur dünner. Das hätte ich aufgrund des Namens auch vermutet, wie nett. 
Dazu, im Uhrzeigersinn: elastische Spitze, Bügelband (übrigens kann man die Farbe beim Bügelband ziemlich vernachlässigen, man sieht es aussen nicht), fertige Träger mit Ringen und Schiebern, sehr praktisch daß man hier nicht einzeln kaufen muss, den Verschluss, ich habe gerne mehr als zwei Haken, in der nur knapp passenden Farbe gab es aber nur einen mit vier Haken. Dann kommt Wäschegummi, das wäre vor allem für farblich passende Slips. Leider eignet sich das Simplex nicht für Slips, es ist ja fest, muss ich farblich passenden Jersey suchen. Dann kommen zwei Sorten Unterbrustgummi. Das wird man später auch nur einzwei Millimeter rausblitzen sehen, daher macht es nichts, wenn es nicht hundertprozentig passt, es gab hier auch kein ganz genau passendes.


Ausserdem habe ich mir noch Bänder und Verschluss für mein kirschrotes Duoplex gekauft. Leider habe ich im Shop keine Spitze gefunden die mir zusagt, vielleicht nehme ich die abgebildete cremefarbene.

Ich habe diesmal ein Restepaket mitbestellt und fand das ziemlich toll. Ich hatte recht viel gut brauchbare Stoffe drin, einige Sorten Charmeuse (die als Futter auch nicht perfekt passen muss), das meiste kann ich gut verwenden. Zwei gleiche Stücke BW-Jersey habe ich schon zu einer Sommerleggings verarbeitet, nur mal so als Größenhinweis. Ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen, daß man hier komplett alle Zutaten für einen BH vorfindet, an Gummibändern war in meinem relativ wenig enthalten.

Ausserdem braucht man natürlich noch Bügel und wenn man Trägerband gekauft hat passende Schieber und Ringe. Ich habe auch mal die gefederten Komfort-Bügel gekauft, finde die aber nicht so toll. Sie sind breiter als die normalen und man muss sehr genau auf dem Bügelband absteppen, damit sie noch reinpassen. Und einen großen Zugewinn an Komfort kann ich nicht erkennen. Dieses große Plastikendstück gibt nach, wenn man draufdrückt. Ich nehme lieber die normalen.



Für bestimmte Schnitte braucht man noch mehr Materialien, z.B. das von Julia so toll vorgestellte Laminat. Das habe ich noch nie verwendet. Mein erster BH war aus Formcups, aber ich glaube die hatten nicht ganz die richtige Größe, jedenfalls habe ich den schon längst aussortiert.
Schnitte mit geteilten Körbchen lassen sich gut anpassen, man kann sie mit oder ohne Spitze nähen, das macht sie recht variabel. Ich werde mich trotzdem mal umgucken, was es noch für Schnitte gibt, vielleicht finde ich ja einen der noch besser passt.
Danke an Julia für die Initierung dieses Sew-Alongs!

22.8.15

Wee Chickadee Strickjäckchen für Konstantin


Ferienzeit ist Strickzeit. Wir waren die ersten Ferienwochen in Urlaub und ich habe die meiste Zeit wenn ich beigefahren bin gestrickt, daß ich darauf nicht schon eher gekommen bin! So war der Großteil dieser Jacke schon fertig, als wir wieder nach Hause kamen. Ich hatte dummerweise das zweite Knäuel grau vergessen einzupacken und musste unterwegs eine zweite Jacke anfangen (für mich), die ist aber noch nicht fertig.
Wieder daheim habe ich dann erstmal diese fertig gestrickt, auch für einen einjährigen ist so ein Wolljäckchen ideal für die jetzt schon kühler werdenden Abende. Wir sind oft auf der Gartenschau bis abends, da gibt es dann auch Picknick wie man sieht.
Und was sieht er knuffig aus mit seiner Vögelchen-Jacke!


Die große Version von Chickadee habe ich schon lange auf meiner ravelry-Favoritenliste, aber auch wenn ich die Jacke sehr schön finde ist sie mir für mich doch zu trutschig. Die Kinderversion ist noch hübscher und solange Konstantin noch nicht darauf besteht, daß entweder Starwars oder Minions-Figuren seine Sachen zieren *augenroll*...
Netterweise passt sie sehr gut, man weiss bei diesen kleinen Größen ja nie so genau wie sie ausfallen und so schnell sind sie rausgewachsen. Ich hatte eine etwas zu große Maschenprobe und habe dann einfach eine Größe kleiner gestrickt, das hat funktioniert.
Die graue Wolle ist von Rödel, irgendwas was aus dem Sortiment genommen wurde, Merinowolle  mit etwas Poly glaube ich. Für die Borte habe ich Wollreste genommen. Die Holzknöpfe sind von einem Afrikastand beim Gemeindefest, da werde ich das nächste Mal noch mehr kaufen, die sind schön und waren ganz billig.


Die Jacke wird topdown gestrickt und ist, abgesehen von den paar Reihen Muster (die bis auf eine immer nur aus zwei Farben bestehen) total simpel. Das Bündchen wird komplett rundum gestrickt, das hat mich erst etwas irritiert. Ich habe es dann doch so gemacht, mit einem sehr langen Strickseil (ich habe dieses Knitpro Baukastensystem) geht es wider Erwarten gut. Nur an den Ecken habe ich aus Versehen zuviele Maschen zugenommen, es aber so gelassen, sind sie halt etwas ausgeprägter. Am Halsbündchen habe ich noch einige Maschen abgenommen, die Beispiele in der Anleitung fand ich etwas weit am Hals.


15.7.15

MeMadeMitwoch am 15.7.2015

Im Sommer ist bestimmt nicht nur mir nach unkomplizierten, luftigen Kleidern. Solche die man morgens überwirft und nie mehr ausziehen möchte, mit einer leichten Ähnlichkeit zu Nachthemden, jedenfalls von der Bequemlichkeit her. Und ich meine jetzt gar nicht das zarte Fähnlein mit Spaghettiträgern für die ganz heissen Tage sondern eher was für den deutschen Sommer.


Als Kind war ich öfter mit meinen Eltern und einer Gruppe Freunden aus dem Chor in einem großen Haus in Dänemark Urlaub machen. Eine der Frauen trug dort tagein tagaus einen Kaftan, ein bodenlanges Ding mit Ärmeln aus einem bunten Stoff. Irgendwie hat mich das beeindruckt, es ist mir jedenfalls noch sehr in Erinnerung. Bodenlang finde ich allerdings nicht so erstrebenswert, dann wäre es fahrradfahruntauglich und ich wollte ja was für zuhause, hier in Rheinland-Pfalz ist übrigens noch Schule bis Ende nächster Woche.


Ich hatte mir vor drei Jahren schon ein Kleid nach diesem Burdaschnitt genäht (Burda! ich! ja um Himmels Willen), weil ich ein ganz ähnliches im Schwimmbad an einer Frau gesehen hatte. Das trage ich gerne- zuhause und als Nachthemd. Es ist nicht perfekt, aber allein die Häufigkeit mit der ich es anhabe spricht wohl für den Schnitt. Also habe ich mir noch eins genäht, diesmal etwas tauglicher es auch ausser Haus zu tragen.

Weil mir der Stoff zu langweilig war hab ich ein kleines Experiment gemacht und Stoffkreise aus Resten appliziert. Kommentar des Gatten: "Also jetzt sieht es selbstgemacht aus." Ok, macht nix, soll ein Kleid ruhig mal nach Selbstverwirklichungsmutti (oh, böses Wort...;-)) aussehen, mir gefällts.


Der Stoff ist schlichter Singlejersey, keine Ahnung woher, leiert natürlich schnell so ganz ohne Stretch. In der Mitte ein Gummi was es in Form bringt, einen weiteren Verschluss gibt es nicht. Auch die Schleife im Rücken habe ich weggelassen.


Es ist bequem, vielleicht etwas zuviel Material, es könnte schmäler zugeschnitten sein, aber ich trag es schon seit Tagen, da ändere ich jetzt nichts mehr dran, eher nähe ich noch eins.

8.7.15

MeMadeMittwoch am 8.7.2015


Es gibt ja so Schnitte, die einem beim Durchblättern eines neu erscheinenden Heftes sofort ins Auge fallen. Bei der Knip sind gefühlt die meisten Schnitte doppelt präsentiert, da kann man das Kleidungsstück schön in mehreren Varianten, in der Regel aussagekräftig präsentiert, begutachten.
Die schönen Sachen werden auch sofort entdeckt und dann teilweise in den Blogs rauf und runter genäht. Manche Schnitte sind über Jahre hinweg beliebt (besonders frustrierend für die, die nicht an das entsprechende Heft kommen).
Aber neulich musste ich feststellen, dass es auch Schnitte gibt, die man die ganze Zeit übersehen hatte.


Ich suchte einen Schnitt für ein Sommerkleid, unkompliziert, mit überschnittenen Schultern und gewickeltem Oberteil. Ich habe die Schnittübersichten meiner Kniphefte abfotografiert und in einem Ordner auf dem Rechner gesammelt, das erspart mir das Durchgucken der ganzen Ordner. Da stiess ich auf ein Kleid mit genau so einem Oberteil. Das Heft war schnell gefunden, das entsprechende Foto aufgeschlagen, dieses Kleid war mir noch nie weiter aufgefallen.


Bei genauer Betrachtung fand ich es ziemlich genial. Warum hatte ich es denn bisher übersehen? Es ist nur einmal im Heft, in einem dunkelblauen Stoff durch den man die Details nicht so gut erkennt. Schade drum! Aber jetzt hatte ich es ja gefunden. Im Prinzip kann es den Herstellern der Knipmode vielleicht sogar egal sein, ob sich ein Kleid zum Hit entwickelt, nach Verkauf des Heftes haben sie ja nichts mehr von dem Hype um einen Schnitt. Er ist übrigens aus dem Heft Juli 2014, genau ein Jahr alt.


Ich hatte bei Wien2002 ein 10m langes Stück sehr schmalen Jersey-Schlauch erstanden, den wollte ich für den Testballon nehmen. Er ist recht stabil, deshalb habe ich mir die im Schnitt vorgegebenen Dopplungen des Oberteils gespart.
Es könnte einen Tick zu eng geraten sein, aber es trägt sich noch ganz gut.


Leider habe ich beim Anprobieren diesen typischen "neuer Stoff"Geruch wahrgenommen, will sagen, ich habe wohl vergessen des Stoff zu waschen... Mist! Mal sehen, wie sich die Länge nach der ersten Wäsche präsentiert. Zur Not muss ich ein neues Rockteil nähen, etwas Stoff ist noch da.
Die Raffungen sind alle sorgsam in Falten gelegt, das Oberteil bekommt in der Spitze einen Metallring (bei mir ein Rechteck) und wird durch einen kurzen Streifen gefädelt, der in die Seitennaht eingenäht ist. Die Falte im Rockteil wird in der Taille festgenäht, man kann das Kleid also nicht öffnen, alles zugetackert!
Ich finde den Schnitt wunderbar, er macht eine super Figur, mir gefällt diese Raffung total gut.
Ich könnte mir auch eine Variante mit langem Rock (und langen Ärmeln) als Konzertkleid vorstellen, da wünscht man sich ja immer was, was ein wenig was hermacht ohne gleich aufdringlich zu sein.
Die Länge ist hier wie im Schnitt vorgegeben, für mich einen Tick zu kurz. Das nächste mache ich insgesamt etwas weiter und die überschrittenen Schultern könnten etwas enger sein. Ich freu mich schon auf weitere Varianten!!


Alle anderen MMM-Damen (und Herren??) in sommerlichen Outfits finden sich hier

6.7.15

Flohmarkt

Ich habe einige Stoffe und Hefte aussortiert und den Flohmarktblog aufgefüllt. Wer mal Stöbern will, hier geht es lang:





17.6.15

MeMadeMittwoch am 17.6.2015

Dies ist der Post der heute im MMM-Blog erscheint, viel Spaß dort beim Lesen der ganzen verlinkten Beiträge!


Hallo und herzlich willkommen zum MeMadeMittwoch am 17. Juni. Ich heisse Katharina und blogge  sonst unter sewing addicted.


Eigentlich geht es am Mittwoch um Alltagskleidung, aber heute zeige ich Euch ein Anlasskleid (was ich sicher in Zukunft auch alltags tragen werde). Am Sonntag wurde mein jüngster Sohn getauft, was gibt es schöneres als dafür extra ein neues Kleid zu nähen!


Ich habe natürlich ein Weilchen nach einem passenden Schnitt gesucht, wollte ich doch auf jeden Fall einen Treffer landen. Beim Durchblättern durch meinen Blog fand ich, daß mir Kleider mit weitem Rock am Besten stehen und für den Sommer sollte es ohne Ärmel sein. Den Stoff hatte ich aus einem Carepaket aus Berlin bekommen, eine ziemlich fester BW-Stoff mit etwas Stretch, vielleicht eher geeignet für Hosen und leichte Mäntel. Große Rockmengen wären ein Risiko, dafür ist er zu steif, aber ein Tellerrock geht, der hat am Bund ja nur eine Schicht. Also das Coatdress von Gertie, diesmal ohne Ärmel.



Vielleicht ist das ein bisschen langweilig, aber erstens mag ich bewährte Schnitte, zweitens war das mit den weggelassenen Ärmeln ein Experiment.


Beim Zuschneiden habe ich dann das Rückenteil nicht gefunden und stattdessen das von einem Knipkleid genommen. Die Rockteile passten wie ich das letzte Mal nicht so richtig an das Oberteil, ich könnte mir wirklich mal die Änderungen notieren...
Große Schnittschlamperei also, aber wie auch immer, es passt jetzt. So langsam frage ich mich ob ich mich nicht doch mal trauen sollte, anhand meines Basisschnittes selbst zu gestalten. 


Ihr seht hier den Zustand nach der Feier, Falten vom Sitzen inbegriffen. Immerhin fast fleckenfrei. Nur die Abendsonne ist nicht so super geeignet zum Fotografieren.
Ich bin sehr glücklich mit dem Kleid, der weite Rock und das ärmellose Oberteil machen das Kleid trotz des eher steifen Stoffes sehr luftig, die helle Farbe ist sehr edel und nicht so alltäglich, trägt sich aber gut. Auf Taillenhöhe muss man das Kleid evt. noch mit einem Druckknopf versehen, ein Gürtel passt nicht dazu, hab ich ausprobiert.
Nach dem Fertigstellen des Kleides habe ich es angezogen und die vordere Öffnung mit Stecknadeln festgesteckt, dann die Lage der Knöpfe festgelegt, jetzt sitzt es wirklich gut. Das ist vielleicht der Vorteil dieser asymmetrischen Knopfleiste, wie weit die auf der Seite sitzt ist irgendwie doch wurscht.


Und welche Schlampereien haben Euch diese Woche zu schönen Kleidungsstücken verholfen?

12.6.15

FJKA 2015- Finale der Herzen

Gleich vorweg: Ich bin nicht fertig. Dabei wollte ich unbedingt, zwei Jäckchen hätte ich Euch heute präsentieren können, wenn, ja wenn...


Also Butter bei die Fische, weiss eine von Euch, wo mein zweiter Ärmel ist?
Ich auch nicht.
Ich stelle fest, der große Vorteil bei Topdownmodellen ist, daß man nicht kurz vor Schluss anfängt Teile zu suchen!! Und wie sauärgerlich ist das denn, da strickt man brav alles fertig, möchte zusammennähen und so weiter, nur noch der Halsausschnitt! Und dann findet sich so ein doofes Teil nicht. Dabei war es doch neulich noch da. Ich suche schon einige Tage und habe ihn irgendwie schon abgeschrieben, für diesen worst case habe ich, best case, immerhin noch genügend Wolle für einen dritten Ärmel da. Immerhin.
Aber stricken konnte ich das jetzt nicht so schnell, am Sonntag wird Konstantin getauft, da gab es die vergangenen Tage einiges zu tun (Stichwort Anlasskleid)


Aber wenigstens ist die blaue Jacke fertig, Victoria! Besiegt habe ich sie letzten Endes wirklich, sie hat mich einiges an Nerven gekostet, war ja schon angefangen, bevor es hier überhaupt losging. Aber dieses komplizierte Muster, was sich nicht auswendig lernen liess. Ich liebe komplizierte Muster, aber es geht einfach nur, wenn man dran bleibt. Einzwei Tage liegen lassen und man braucht eine Viertelstunde für die Recherche, wo man denn nun gerade gewesen war im Musterrapport.




Und dann war ich endlich fertig mit dem Muster, NUR NOCH die Ärmel. Erstmal musste ich Vorder- und Rückenteil nochmal kürzen, das Armloch war zu groß. Und dann Perlmuster...gähn...ich wusste nicht, daß das so lange zum Stricken braucht. Ich kann es schnell stricken, das ist nicht das Ding, aber es wächst nicht so schnell wie glatt rechts.



Einen der Ärmel musste ich auch fast zweimal stricken, weil der erste zu weit wurde (ich will hier wirklich alle Pannen aufzählen, ihr merkt, es). Am Ende habe ich dann eine Knopfleiste dreimal gestrickt, bis ich sie lassen konnte. Und jetzt habe ich, tadaa, einen Knopf zu wenig gekauft. Nicht dass hier noch irgendwas glatt geht, das würde ja nicht ins Bild passen.


Trotzdem mag ich sie jetzt ganz gerne. Sie ist unten vielleicht ein bisschen weit, die etwas leierige Drops Baby Alpaca Silk tut dazu noch ihr übriges, aber das macht mir nicht soviel.
Sie heute bei 30°C über das Blaubeerkleid anzuziehen war schon eine Aufgabe, nur für Euch!
Meine roten Schuhe durften mit aufs Bild, extra für die Taufe gekauft, wunderbar.

 

Vielen Dank an Suse und Wiebke für den motivierenden und unterhaltsamen Knitalong, ohne den ich nie so gut dran geblieben wäre! Die lila Jacke wird hoffentlich auch demnächst beendet werden.
Alle anderen Herzensfinalisten finden sich hier im MMM-Blog

29.5.15

Kleiner Rückblick auf März, April und Mai

Völlig unverhofft komme ich heute Abend mal dazu, endlich mal wieder zurück zu schauen. Was ist denn passiert in den letzten Monaten?

Nach der musikalischen Durststrecke Anfang des Jahres beginnt mit der Passionszeit endlich wieder musikalisches Leben. Ich durfte zwei Matthäuspassionen spielen, immer wieder schön. Einmal hab ich bei meinen Kollegen ausgeholfen, ein schönes Hallo so mitten in der Elternzeit.
Das gehütet werden ist für Konstantin fast kein Problem mehr, ist ja auch meist sein großer Bruder dabei, denn er gut kennt.


Nach Ostern konnte ich endlich mal wieder richtig auf eine Chorfreizeit fahren, mit Übernachten und allem drum und dran. Das hab ich ewig nicht gemacht. In meiner Jugend hab ich gefühlt mein halbes Leben auf Chorfreizeiten verbracht, das geht heute natürlich nicht mehr und war nur dank Elternzeit nochmal möglich. Schön wars, fast wie in alten Zeiten! Mit Konstantin, der hat das auch prima mitgemacht. Die beiden Großen waren samt Vater zuhause und hatten Ferien.
Entgegen früherer Gewohnheiten war ich diesmal Kind sei dank immer die erste beim Frühstück *gähn*. Da sitzt man dann immer mit denselben Frühaufstehern am Tisch, dafür hat man schön viel Zeit zu essen und zu quatschen bis zur ersten Probe.
Mitte April bis Mitte Mai hatte mein Mann einen Monat Elternzeit, den anderen nimmt er wenn ich wieder anfange zu arbeiten. Natürlich ist das wunderbar entspannt, wenn beide zuhause sind, wie Urlaub. Eigentlich wollten wir auch einiges im Haus schaffen, aber wie zu ahnen war kam es nicht so richtig dazu. Für dieses Jahr ist wie schon erwähnt der Dachausbau geplant, vor dem Ausbau steht eine neue Dacheindeckung, dazu soll noch eine Photovoltaikanlage drauf, das will alles geplant sein. Irgendwie dauert alles länger als gedacht, das ist eigentlich auch nichts, was man nicht schon aus Erfahrungen anderer hätte wissen können, aber man muss halt erst selbst drin stecken. Irgendwie stört es mich auch garnicht sehr, so kann man jeden Schritt drei- bis fünfmal überdenken und macht vielleicht keine eiligen Schnellschüsse. Nur die schöne Sonne die so völlig ungenutzt (allerhöchstens die Wäsche trocknend) in den Garten bzw. aufs Dach bretzelt, das fuchst mich jetzt schon ein
bisschen...


Im Garten habe ich weiter gewurschtelt, aber es ist eine Sisyphusarbeit. Letztes Jahr kam ich wegen Bauch und dem damit verbunden nicht vorhandenen Kreislauf zu kaum mehr als garnichts, die dringend nötigen Gartenroutinen sind bei uns auch nicht so drin, leider gewinnt er immer mal wieder die Oberhand. Jedenfalls wächst das Unkraut überall besser als das Gepflanzte und an manchen Stellen bricht alles zusammen, respektive an einer Stelle ist die Wandbegrünung ins Beet gekippt, man weiss garnicht, wo man alles wegschneiden soll.
Nachdem ich im Frühjahr tagelang im hintersten Beet eine Brombeere weggeschnitten hatte kommt sie nun schon wieder, böses Untier! Ich hab garnichts gegen Obst, im Gegenteil, aber diese schmeckt überhaupt nicht wir haben es probiert, die muss weg. Der Apfelbaum trägt sehr viele Früchte, wahrscheinlich wirft er noch die Hälfte ab, aber da kommt schon ein Holundertrieb ins Bild meines kleine Rubinettebäumchens, hinfort mit Dir!! Ich werde echt zum Elch bei all dem Gewachse und Gewuchere . Das allerschlimmste ist eine Hartriegelpflanze die sich durch den gesamten Garten schlängelt. Sie verbreitet sich unterirdisch und treibt wirklich ÜBERALL aus. Eigentlich hat man kaum eine Chance, an vielen Stellen kommt man ihr nicht mal mit dem Spaten bei. Ausser Schnippschnapp, alles ab, fällt mir nichts ein, hat jemand einen Tipp? Morgen leih ich mir nen Häcksler für das ganze Gesträuch.


Einiges erfreut dann doch, im April kamen die Tulpen und Narzissen wieder die ich vor eineinhalb Jahren gesetzt hatte. Nicht mehr alle, aber doch noch viele, ein bisschen Verlust scheint normal zu sein. Anschliessend freue ich mich immer schon dolle auf die austreibenden Pfingstrosen und habe folgerichtig noch ein paar weitere gepflanzt. Die werden sicher noch eine Weile brauchen bis sie blühen, aber angegangen sind sie gut. Auch die meisten Hortensien die ich die letzten Jahre gepflanzt hatte entwickeln sich prächtig. Hach, vielleicht wird es ja doch noch was mit dem schönen Garten!
Im hinteren, von der Brombeere gerodeten Beet stehen ein Kirsch- und eben der Apfelbaum, dazu habe ich jetzt Johannis- und Himbeeren gepflanzt, z.T. solche 1,50€-Pflanzen aus dem Supermarkt (schimpft nur, ein Zufallsfund), sind alle gut angegangen, ich verteidige ihren Platz auch sehr vor dem Gestrüpp. Und an die Stelle eines alten Baumstumpfes haben wir ein Hochbeet gestellt, ein letzter Versuch, Tomaten zu halten, ich hoffe es wird was. Die Jahre zuvor kümmerten die Tomaten immer nur so vor sich hin, der Platz war wohl verkehrt, ausserdem ist der Boden insgesamt sehr ausgelaugt, ohne Mengen an Dünger geht kaum was.


Einen ganz anderen Garten haben wir hier in Landau auch noch, die Landesgartenschau (LGS) lockt die Bevölkerung ins professionell angelegte Grün. Es ist aber auch wirklich eine Pracht, die Tulpen waren wunderschön, sind jetzt alle verblüht, jetzt dominiert Allium die Zierrabatten. Wir hatten uns lange nicht dazu entschliessen können, haben aber jetzt doch Dauerkarten, und sind, wer hätte es gedacht, dauernd dort. Es ist wirklich sehr schön dort, ich empfinde es als sehr entspannend. Es stehen viele Stühle oder andere Sitzgelegenheiten (auch Hängematten) rum, man kann es sich gut bequem machen, Picknick einpacken. Die Jungs haben viel zu entdecken, ganz hinten ist sogar eine tolle Skaternbahn.
Da man um die LGS nicht kostenlos parken kann und sie am anderen Ende der Stadt liegt, mussten wir uns ziemlich spontan einen Kinderfahrradanhänger zulegen. Wir hatten keinen, weil wir als die Großen so klein waren, daß wir sie hätten darin mitnehmen müssen quasi fast in der Fussgängerzone gewohnt haben, da braucht man keinen. Ich hatte auch kaum einen Gedanken an so ein Ding verschwendet, bis zum Kindergarten wäre es ja noch fast ein halbes Jahr, da hätte man sich noch was einfallen lassen können (laufen ist von hier keine Option mehr).
Nun gut, Dauerkarten waren gekauft, Auto und Laufen funktioniert beides nicht, also ein Anhänger mit Schiebemöglichkeit, und bitte ein vernünftiges Modell, günstig ist auch anders, und das so hopplahopp, da musste ich erstmal schlucken...
Inzwischen bin ich ganz, ganz glücklich so ein Teil zu haben. Unserer hat eine Aluwanne und taugt daher auch zum Einkaufen. Der zweite Sitz wird es später ermöglichen, ein zweites (Freundes-) Kind mit aus dem Kindergarten abzuholen. Jetzt auf der LGS beherbergt er alles, was man so mitschleppt, von Jacken bis Picknick zu Skateboards, es ist so praktisch! Wir haben uns für die Schweizer Variante entschieden, dieser hier. Mit dem Parkhilferad samt Schiebebügel kommen wir auf dem Gelände der LGS sehr gut zurecht.


Und der Kleinste? Kann endlich sitzen, schon seit ein paar Wochen. Anfangs mussten wir ihn immer sehr abpolstern, weil er irgendwann umfiel, aber jetzt geht es ganz gut. Im Sitze spielt es sich viel entspannter, weil die Spielzeuge nicht dauernd aufs Gesicht fallen... An Krabbeln ist noch nicht zu denken. Neulich hat er sich mal auf dem glatten Boden rückwärts geschoben, das fand er sehr lustig (bis er irgendwo stecken blieb), hat er seither aber nicht mehr gemacht.
Er brabbelt einzelne Silben vor sich hin, gerne auch wenn wir Großen uns unterhalten, offensichtlich möchte er mitreden. Auch sonst ist er ein sehr geselliges, freundliches Kind, mein Goldkind. Er lacht und strahlt viel, es ist eine große Freude!
Was er sehr gut kann, ist essen. Nach einer kurzen Breiphase hat er schnell beschlossen, daß ihm unser Essen besser schmeckt und isst seitdem das normale Essen mit. Das war auch auf der Chorfreizeit sehr praktisch. Für dort habe ich noch Gläschen eingekauft, ich konnte ihm ja nichts kochen und wusste nicht, ob ich bei der Verpflegung etwas für ihn finde. Aber es war kein Problem, er hat alles gefuttert was es gab, das Beste war Polenta mit Spinat gefüllt, das hat er weggeschaufelt wie ein Großer.
Er sitzt in einem am Tisch befestigten Sitz, das ist für so einen kleinen Weltentdecker auch eine tolle Sache. Eine Freundin meinte, ich solle besser unter den Sitz etwas für seine Füsse stellen, wenn die nur runterhängen sei das nicht gut für seinen Rücken. Also steht jetzt ein Hocker unter dem Sitz und Konstantin hat schnell gemerkt, daß er sich da prima hinstellen kann und dann noch besser an all die tollen Messer und Gläser kommt. Was es alles zu greifen und begreifen gibt!


Ich weiss nicht woran es liegt, aber ein gut essendes Kind ist ein glücklich machendes Bild. (Aber auch die nicht gut essenden Kinder werden satt, falls sich jemand jetzt sorgt. Ich kenne einige und sie sind auch alle gesund und munter). Auf der Chorfreizeit gab es beim Frühstücksbüffet Bircher Müsli, das habe ich seither versucht nachzumachen, weil es so lecker war. Ich mache das auf Vorrat, das steht dann im Kühlschrank und hält etwa 2 Tage. NUR zwei Tage, weil Konstantin und ich davon morgens und abends essen...lecker! Konstantin hat immer noch keine Zähne und kann daher nichts zerkauen. Im Bircher Müsli ist der Apfel aber geraspelt, das geht gut. Die ganzen Rosinen kommen unversehrt wieder heraus, hab ich für Euch überprüft ;-). Den in den Rezepten oft erwähnten Honig lasse ich selbstverständlich weg.
Was mir nach den Rezepten nicht so gut gelingen wollte, war die Konsistenz, da habe ich ein bisschen rumexperimentiert. Ich nehme jetzt statt Milch kochendes Wasser zum Einweichen, dann wird es weicher, das mag ich lieber.

Mein Rezept geht so:

Halbe Packung (250g) Bircher Müsli z.B. von Alnatura
zwei handvoll feine Haferflocken
eine handvoll Weinbeeren

oder 
250gr. feine Haferflocken 
zwei handvoll zerkleinerte Nüsse, lecker sind z.B. gehobelte Mandeln
zwei handvoll Weinbeeren
evt. andere Trockenfrüchte, zerkleinert

zusammen in einer Schüssel mit reichlich kochendem Wasser begiessen, dass Wasser sollte knapp drüber stehen, eher etwas mehr, es quillt ja noch auf. Gut umrühren, Wasser nachgiessen.

Anschliessend drei bis vier Äpfel vierteln und raspeln (macht bei mir die Küchenmaschine).
Den Hafer kontrollieren, evt. Wasser nachgiessen, es soll nicht fest sein, über Nacht quillt es noch nach. Den geraspelten Apfel draufgeben, gut 50ml Sahne dazu und evt. einen EL Zitronensaft. Gut verrühren. Über Nacht stehen lassen, die erste Nacht lass ich es auf der Küchenplatte stehen, erst danach kommt es in den Kühlschrank.
Zum Essen kommt dann noch Joghurt dazu, jetzt im Mai schnibbel ich auch gerne noch Erdbeeren rein. Guten Appetit!

Konstantin mag die gehobelten Mandeln  übrigens nicht so, deswegen nehme ich jetzt die Müslimischung, da sind die Nüsse kleiner.

Und sonst habe ich in der Spargelzeit natürlich Spargel gekocht und sonntags auch noch bei meiner Mutter gegessen. Die Spargelzeit muss man ausnutzen.



Ich habe das erste Mal in meinem Leben Lätzchen genäht. Das mir das passieren konnte. Aber hübsch sind sie.


Ausserdem ein Kommunionkleid für Freunde von uns, einige Klamöttchen und viele Windeln für Konstantin.


Ich habe die Strickmaschine meiner Oma gereinigt. Noch läuft sie aber nicht richtig, ich nehme an sie braucht Öl, da muss ich nochmal ran.
Ich hoffe sehr sie zum Laufen zu kriegen, ich erinnere mich, daß meine Mutter sehr viel an ihr gestrickt hat. Wir bleiben gespannt...
Viele Grüße!


20.5.15

MeMadeMittwoch am 20.5.2015 im Blaubeerkleid


Heute trage ich ein zweites Kleid nach dem Wickelkleidschnitt von letzter Woche. Ich habe so eine Ahnung, das könnte mein Sommerschnitt 2015 werden...


Dieses ist aus Webstoff ohne Elasthan und sitzt evt. etwas straffer, passt aber immer noch. Ich muss hier schon irgendeine Ausschnittsicherung anbringen, wenn ich aus dem Haus gehe, aber was solls.




Hach, der Stoff ist so schön! Er wurde dankenswerter Weise von einer netten Dame aus Berlin für mich mitorganisiert.




Für draussen wäre es so zu kalt heute, aber im Haus ist es ja warm.


Geändert habe ich wie beim ersten Kleid auch die Rocklänge, da habe ich etwa eine handbreit zugegeben. Ausserdem habe ich Taschen reingenäht, die finde ich schlecht verzichtbar.


Alle anderen selbstbeschneiderten Damen wie jeden Mittwoch auf dem MMM-Blog