30.9.14

7 Wochen mit Konstantin

Heute melde ich mich endlich mal aus der Versenkung. Hallo, ich lebe noch, ich nähe sogar ab und zu schon wieder!
Gefühlt die meiste Zeit liege ich aber gemütlich irgendwo und stille. Dabei kann man gut am Ipad surfen, wie man sieht.


Jetzt ist es schon sieben Wochen her, seit Konstantin auf die Welt gekommen ist. Schön ist es, nochmal ein Baby zu haben, einfach schön! Was für ein Wunder, so ein kleiner Mensch, auch beim dritten Mal.




Und meine kleinen Sorgen, daß irgendetwas in der Schwangerschaft schief gehen könnte waren total unbegründet.
Dafür bin ich wirklich dankbar, fast demütig. Völlig problemlos schwanger zu werden und zu sein ist ja nicht selbstverständlich und ich höre immer öfter von Frauen die es eben nicht so einfach hatten bzw. keine Kinder bekommen können.
Nur das mit dem Gebären klappt bei mir halt nicht so gut, tja. Diesmal war es wie schon erzählt ein geplanter Kaiserschnitt, nach zwei sekundären eine neue Erfahrung.
Und wie war es? Naja, ganz ok. Aufregend natürlich, wenn man halbwegs genau weiss wann es stattfinden wird, finde ich das schon ziemlich nervenaufreibend. Dafür haben sie uns an dem Tag dann solange warten lassen bis mein Adrenalin fast aufgebraucht war.
Leider hat auch diesmal die PDA nicht 100%ig gewirkt, das war im Vorfeld meine gößte Sorge, dafür bekam ich dann eine Portion Dormicum verabreicht die mich für eine Weile ins Land der Träume schickte. Als ich wieder aufwachte waren wir immer noch im OP, aber mein Söhnchen lag schon neben mir, guckte mich mit den neugeborenenkleinen Augen an, fast völlig eingewickelt in ein gelbes Handtuch. Den ersten Schrei habe ich also verpasst, dafür war die OP erträglich, damit kann ich gut leben.
Anders als bei den beiden Sectios zuvor blieb Konstantin die ganze Zeit bei mir, niemand brachte ihn weg und er wurde auch nicht angezogen oder gewaschen. So hatten wir diesmal eine gemütliche erste Kuschelzeit und der arme Kerl musste nach dem Geburts-Schreck nicht auch noch andere Quälereien über sich ergehen lassen.
Daß ein Wochenbett nach Kaiserschnitt kein Zuckerschlecken ist, wusste ich ja schon. Ätzend, mehr oder minder ans Bett gefesselt, bis man sich halbwegs fortbewegen kann dauert es Tage... Nach 4 Tagen konnte ich nach Hause, wollte dort aber auch nur im Bett bleiben.
Am ersten Tag an dem ich mich ein bisschen besser fühlte bekam ich abends hohes Fieber, das kam leider immer wieder und die Hebamme schickte mich dann noch mal ins Krankenhaus. Dort haben sie mich dann erwartungsgemäss gleich dabehalten. Sie haben mich von Kopf bis Fuss untersucht, Blut abgezapft und geschallt und geröntgt, so ganz genau wusste niemand woher das Fieber kommt. Zwar wurden irgendwann ein paar Keime gefunden gegen die mir eine Antibiose verabreicht wurde, aber so richtig besser wurde es davon auch nicht. Irgendwann saß ein Internist oder Chirurg bei mir und meinte, das Fieber könnte auch einfach eine Reaktion des Körpers auf die Operation sein, ohne daß da gleich eine  Entzündung oder sonstwas dahinter stecken muss. Ich vermute, daß es das gewesen ist.
Nach 10 Tagen war das Fieber weg und ich durfte endlich nach Hause. Und zwei Tage später ging die Schule für die zwei Großen wieder los und mein Mann musste wieder arbeiten. In solchen Momenten bin ich einfach nur froh hier inmitten meiner Familie zu wohnen.

Konstantin hat das alles tapfer mitgemacht, eigentlich glaube ich er hat die Ruhe im Krankenhaus sogar eher genossen. Beim zweiten Mal war ich zum Glück alleine (zeitweise mit meinem Mann) im Zimmer, da hatten wir es eigentlich ganz nett, vom Fieber und vom Essen mal abgesehen... (wie man von dieser Kost als stillende Mutter sich selbst und sein Kind satt kriegen soll weiss ich nicht, eins der Mittagessen hatte nur 180kcal (!!) , das ist bei der Brigitte Diät ein besserer Snack oder so).
Wieder zu Hause hat dann ein paar Tage die Narbe noch geschmerzt aber dann ging es mir gut.
Und ich kann kaum sagen wie toll es ist, wenn man nach so langer Zeit endlich wieder mobil das erste Mal mit Kinderwagen in die Stadt marschiert, fast eine Offenbarung!
Jetzt haben wir uns einigermassen eingelebt, Konstantin hat einen ungefähren Schlaf- und Trink-Rhythmus und ich bin garnicht so übernächtigt.
Seine Brüder lieben ihn nachwievor sehr. Beide stürzen sofort zu ihm, wenn er schreit, das ist sehr praktisch. Und sie versuchen auch ihn zu bespaßen, was er zumindest sehr aufmerksam verfolgt. Der große Große hat ihn sogar schon mehrfach in den Schlaf getragen, toll, oder? Mit rumlaufen und Lieder singen, wie aus dem Bilderbuch.
Nur alles was mit Windeln zu tun hat ist sehr iihh und bäh, soweit habe ich sie leider noch nicht, das wäre aber auch zu schön.

Kurz vor der Geburt haben wir endlich unser Equipment ausgepackt, es war ja alles aufbewahrt auf dem Speicher. Das meiste musste ich nur waschen, den Wickelauflagenbezug musste ich eine Weile suchen, das Regal über der Kommode hing noch bei den Jungs im Zimmer, der Kinderwagen stand in der Garage.
So sieht jetzt unsere Wickelecke aus, sie steht im Nähzimmer das direkt neben dem Schlafzimmer ist:




Genau diese Kombination hatten wir bei den Jungs auch schon. Ich fand es sehr lustig wie vertraut alles ist und freue mich daß es mir immer noch gefällt. Die Kommode heisst glaube ich Forhöja, die hatte ich vor 9 Jahren leicht weiss lasiert. Der Holzaufsatz ist von einer anderen Wickel-Kommode, den habe ich geerbt und ebenfalls weiss lasiert. Besonders stolz war ich auf das Regal, das habe ich nämlich selbstgebaut. Eine Weile habe ich auch gerne mal mit Holz gearbeitet, aber sehr dilettantisch...
Den A*gelcare Windeleimer hatten wir angeschafft als beide großen Jungs Wickelkinder waren und es im Kinderzimmer geruchstechnisch nicht mehr auszuhalten war, ähem. Da ist so ein Teil, teure Plastikfolienpacks hin oder her, echt ein Segen. Bei dem Modell wird nicht jede Windel einzeln "abgedreht", der Folienverbrauch hält sich also zumindest längenmässig in normalen Grenzen.

Ein eigenes Zimmer braucht so ein Säugling ja erstmal nicht, schlafen tut er im Schlafzimmer, in der Wickelkommode sind seine Sachen drin, ansonsten ist das Kind immer da wo die Familie ist. Dafür gibt es eine Wippe, den Stubenwagen für unten, einen Korb habe ich auch noch, darin liegt er wenn ich ihn mit ins Bad nehme. Leopold hatte bis zum Auszug aus der ersten Wohnung kein eigenes Zimmer, da war er zwei Jahre alt, das hat bis da auch niemand vermisst.
Zugegebenermassen planen wir aber für nächstes Jahr hier im Haus einen mittelgroßen Umbau.


Das ist die Wickelauflage von I*ea, den Bezug habe ich genäht, ich mag das Kind nicht mit nackter Haut auf Plastik legen. Das Mittelteil ist aus einem Handtuch, die Ränder aus Leinen und altem Bettwäschestoff. Die Rückseite ist einfarbig mit Klettverschluss. Damit es nicht so schnell dreckig wird legen wir ein Moltontuch drauf was ausgetauscht bzw. erstmal umgedreht wird, wenn Flecken drauf sind.

Für das untere Stockwerk haben wir aus Familienbestand diesen Stubenwagen bekommen. Im 70er Jahre lüla Blümchen-Original in krähm mit güldenen Knöpfen und schmiedeeisernen Details konnte ich ihn aber leider nicht ertragen.

vorher:

Mit geruchsarmen Sprühlack habe ich das ganze Gefährt weiss lackiert und meine Mutter hat dann netterweise die Gardinen erneuert, der Stoff ist aus meinem Stoffschrank und war vom Maybachufer.
Das süsse Häkelmobile war ein Geschenk.
nachher:



Jetzt hoffe ich auf ein bisschen Nähzeit nachher, vielleicht klappt es dann morgen mit dem ersten MMM-Beitrag in neuem Gewand, drückt mir die Daumen!

18.8.14

Konstantin ist da!

Wir sind sehr glücklich über die Geburt von Konstantin!
Wie geplant wurde er am 12.8. per Kaiserschnitt geholt, brachte 3720g bei 52cm auf die Waage und ist gesund und munter. Jetzt geniessen wir (soweit das nach Kaiserschnitt ein Genuss ist) das Wochenbett als Kuschelzone. Konstantin ist ein zufriedenes Baby mit reichlich Appetit, sehr verschmust und hat ein großes Ruhebedürfnis. Nach all den Strapazen geht es mir genauso, da bleiben wir zwei einfach noch ein paar Tage im Bett.
Seine großen Brüder sind mächtig stolz und vor allem der jetzt mittlere möchte ihn glaube ich am liebsten ganz alleine für sich haben. Zum Glück stört der Kleine sich nicht an dem Trubel seiner großen Brüder, das kennt er schliesslich schon aus dem Bauch.
Jetzt freuen wir uns auf das Leben zu fünft!
Sehr verliebte Grüße von Katharina

9.8.14

Die neue Schwimmbaddecke - ein schneller Quilt im Zickzackmuster - mit Anleitung für das Top


Seit einigen Wochen ist er schon fertig, unser neuer Schwimmbad- oder Gartenquilt. Sein Vorläufer (Anleitung dazu hier, hier und hier) ist immer noch in Benutzung aber um ehrlich zu sein war er mit schnell etwas zu pink und ich hatte Lust auf eine ernsthaftere Liegeunterlage. Abgesehen davon kann man solche großen Decken sowieso nicht genug haben, die Kinder spielen z.B. gerne damit da ist eine Zweitdecke nicht verkehrt.


Zickzackquilts haben mich immer fasziniert, einen kleinen Kinderquilt habe ich mal genäht (leider gibt es garkein Foto des fertigen Quilt auf dem Blog).


Die Stoffe sind wie beim ersten große Reste, eher sowas wie "Muss weg, hab ich keine spezifische Verwendung dafür"-Stoffe. Das blaugraue ist Ikea-Bettwäsche in der ich nicht schlafen kann, das dunkelbraune ein toller Uni-Quiltstoff in der falschen Farbe, das rotgemusterte secondhand-Bettwäsche und das türkisfarbene ein Ikeastoff der zu nichts passen wollte.


In Kombination gefällt mir das jetzt ausgesprochen gut.




Die Rückseite ist zusammengesetzt aus der Ikeabettwäschenrückseite und einer weiteren Secondhandbettwäsche (Bettwäsche vom Flohmarkt ist toll, aber man hat dann solche Mengen von dem einen Stoff, daß man sich echt Mühe geben muss, das wegzunähen)



Kaum fertig wurde er begeistert in Beschlag genommen.



Gequiltet habe ich mit etwas Abstand zu den Nähten mit türkisfarbenem Quiltgarn. Das Binding besteht wieder aus der blaugrauen Ikeabettwäsche. Ich bin immer wieder überrascht, was so ein schmaler Rand doch für eine Wirkung hat. Wäre der z.B. rot würde das ganz anders ins Auge stechen.  Ähnlich wie bei Paspel ist das trotz der Minifläche ein echter Akzent, den man gut überlegen muss. Ich wollte hier den Fokus lieber auf dem schlichten blaugrau haben.


Und so habe ich das Top genäht:


Erstmal die Stoffe raussuchen, ich habe vier verschiedene in leicht unterschiedlichen Mengen genommen. Man kann aber natürlich auch jede Reihe in einer neuen Farbe machen, für einen Quillt in der gleichen Größe bräuchte man dann acht verschiedene Stoffe.


Das Top und damit die Decke wurde etwa 1,8 x 2,4m groß. Ein Quadrat ist 30x30cm groß.
Dieses Schema habe ich mir aufgemalt, damit ich abzählen kann, wieviele Quadrate ich in welcher Farbe schneiden muss bzw. wie die dann zusammengenäht werden müssen. 
Pro Reihe werden von den zwei Farben je drei Quadrate zugeschnitten. (z.B. in der letzten Reihe je drei Quadrate von braun und rot)


Dafür habe ich mein großes Patchworklineal von 12,5 inch genommen. Das ergibt ca, 30cm im Quadrat plus umlaufende Nahtzugabe von 1/4 inch. Wer kein Lineal hat macht sich eine Schablone aus Pappe oder schneidet nach cm-Maß zu. Man kann mit dem Schneidemesser gut mehrere Lagen Stoff gleichzeitig schneiden.


Anschliessend kontrollieren, ob man genug Quadrate geschnitten hat. Hier ist der rote Stoff offensichtlich aus dem Bild gerutscht.


Jetzt die zueinandergehörenden Quadrate die zu einer Reihe vernäht werden zu Pärchen legen, rechts auf rechts. Es sind immer drei Paare pro Reihe, sie müssen genau aufeinanderliegen.


Mit dem Lineal und einem Filzstift (muss nicht unbedingt ein selbstlöschender sein, der Strich verschwindet später als Nahtzugabe auf der Rückseite) einen Strick quer durch das Quadrat malen.
Evt. reicht auch eine Reihe Punkte, ich finde es nicht so einfach auf Stoff zu malen.



Jetzt wird endlich mal genäht, einen 1/4 inch (6mm) neben dem Strich die Quadrate aufeinandernähen.


Am Besten einfach hintereinander weg, ein Sichern der Nahtanfänge ist unnötig. Die Quadrate hängen dann alle aneinander und bilden eine lange Kette.


Die wird dann einfach umgedreht und auf der anderen Seite des Striches nochmal genäht.


Anschliessend werden die einzelnen Quadrate auseinandergeschnitten und jedes Quadrat an der diagonalen Linie zwischen den Nähten durchgeschnitten, am einfachsten mit Rollschneider und Lineal.

Vom weiteren Verlauf des Zusammensetzens habe ich leider keine Fotos gemacht, aber es ergibt sich eigentlich von selbst:
Die geschnittenen Teile werden zu Quadraten aufgefaltet und die Nahtzugabe zu einer Seite, wahlweise der dunkleren gebügelt.
Anschliessend näht man die Quadrate dem Schema entsprechend zu Reihen aneinander, dann wieder die Nahtzugaben bügeln, ich habe hier schon auseinandergebügelt, damit es keine allzu großen Kollisionen gibt. 
Diese Reihen werden zum Top zusammengesetzt, auch danach werden die Nahtzugaben wieder gebügelt. Anschliessend alles nochmal gut bügeln, auch von rechts, und weiter zu einem Quilt verarbeiten. (Siehe z.B. die Anleitungen, die ich im oberen Teil verlinkt habe)
Wenn man vor dem Nähen immer mal wieder das Farbschema kontrolliert, kann da eigentlich nichts schief gehen. 

Die Rückseite habe ich aus zwei Stoffstücken zusammengesetzt, sie muss in alle vier Richtungen einige cm größer als das Top sein, das macht das Zusammensetzen einfacher.
Als Einlage habe ich ein großes Stück Frotteebettuch genommen (Eigentlich hatte ich eine dünne Fleecedece vom Möbelschweden nehmen wollen, aber entgegen meiner Vermutung hatte ich nicht genug im Haus).
Gequiltet habe ich mit Quiltgarn, das ist wesentlich reissfester als normales Nähgarn, und der Maschine. Ich habe mit dem Abstandshalter ein Stück neben den diagonalen Nähten die Zickzacklinien gequiltet, das ist supereinfach und benötigt keine vorherigen Malereien auf dem Top. In der Naht quilten finde ich nicht so schön, man sieht es nicht oder nur da, wo man daneben getroffen hat und es tut auch nichts für die Struktur des Quilts.

Wie ein Quilt weiter verarbeitet wird könnt ihr z.B. in der Anleitung zu meinem ersten Quilt hier: das Heften und hier: das Quilten nachlesen, allerdings habe ich es nie geschafft eine Bindinganleitung zu verfassen.
Hier gibt es zwei Anleitungen zum Thema Bindung (die Einfassung):

Neulich gab es übrigens auch auf Crazymomquilts ganz tolle Posts zum Thema Maschinen-Quilten:

Viel Spaß beim Nachnähen!

6.8.14

Auch bei mir: Vogue 1027

Endlich! Jaja, es ist echt ansteckend, der Schnitt ist toll. Aber eigentlich wollte ich schon nach diesem Post von Melleni vom August 2012 dieses Kleid nähen, ich hätte sogar den gleichen Stoff hier. Wann ich den Schnitt gekauft habe weiss ich gar nicht mehr. 
Bei den Einzelschnitten hält mich manchmal dieses fiddelige Schnittpapier davon ab, gleich loszulegen. Ich pause grundsätzlich ab und habe dann den bescheuerten Ehrgeiz, die Bögen wieder in die gleichen Falten zu legen wie gekauft. Jede hat ja so ihren Spleen, gell? Also blieb er halt ungeöffnet, bis 2014.
Dieses Jahr erlebt der Schnitt regelrechte Lemmingqualitäten. Wer war die nächste? Jedenfalls folgten in kurzen Abständen Mema mit mehreren Versionen, Wiebke, ebenfalls Wiederholungstäterin, Grüneblume, Cat natürlich auch und zu guter letzt die ebenfalls schwangere Steffi, die die Babybauchtauglichkeit dann schonmal getestet und für gut befunden hat. (Ich hoffe ich habe keine vergessen)



Ich habe bei meiner ersten Version zur Sicherheit in der Taille eine Größe zugegeben, das hätte es  garnicht gebraucht, es ist ziemlich bequem so. Und auf den Fotos finde ich das Oberteil auch einen Tick zu lang. Komischerweise hatte ich das im Spiegel aber nicht so gesehen.


Leider habe ich meinen Fotografen hier ungünstig dirigiert, ist doch nicht so geschickt leicht von oben zu knipsen.



Im Spiegel sieht es nämlich nicht so misslungen aus. (Das auf dem SW-Foto rechts unten bin übrigens auch ich).


Also habe ich später nochmal mit einem anderen wesentlich kleineren Fotografen eine kleine Session gemacht. Da schien die Sonne offensichtlich in einem ungünstigen Winkel, das ist den kleinen Fotografen aber egal, die haben nämlich gar keine Lust auf fotografieren.


In echt ist der Bauch viel dicker. Oder fühlt es sich vielleicht nur so an? 
Toller Schnitt, tolles Kleid! Ich werde bestimmt noch weitere Varianten nähen. Evt. fasse ich bei der nächsten das Taillenband nicht komplett in die Taillennaht mit ein, den Sinn kann ich nicht ganz erkennen. Wäre es separat könnte man die Taille wirklich betonen. Mal sehen wie ich es mache, vielleicht hinten ein kleines Stück einfassen und den Rest als Band lose lassen.
Den Rock habe ich natürlich auch gekürzt, hat es überhaupt irgendwer in der Originallänge gelassen?
Der schöne Stoff ist aus Berlin aus meinem Maybachufer-Carepaket.

4.8.14

Rückblick Juli und nochmal Schwangeren-Themen

Selten war ich so erleichtert, endlich den August erreicht zu haben. Dieses Jahr hatten wir erst sehr spät, am 25.7. Schulende und die erste Woche Ferien hatte mein Mann dann noch Dienst, seit gestern hat auch er Urlaub, heureka! Am Freitag habe ich mich ein letztes Mal in den Supermarkt geschleppt, bei dem schwülen Wetter eher eine Tortur, die letzten Tage vor der Geburt möchte ich jetzt einfach mal alle viere von mir strecken (bzw. mit den letzten Vorbereitungen fürs Baby verbringen, das meiste ist getan) anstatt trotz nicht vorhandenem Kreislauf für Kinderbespaßung und Haushalt zuständig zu sein.
Weder mein Mann noch ich können uns den Urlaub einfach nehmen, Theater und SWR-Chor haben im Sommer Pause, die wird vom Arbeitgeber festgelegt. Insofern ist der Geburtstermin in den Ferien natürlich sehr praktisch.
 Bei den Jungs war das übrigens auch schon so, die haben beide im Juli Geburtstag, genau eine Woche nacheinander. Das ist jedes Jahr nicht ganz so einfach für den Großen der erst als zweiter dran ist. Dieses Jahr haben wir die Familienfeier auf den ersten Termin gelegt und wir handhaben es schon seit ein paar Jahren so, daß er dann auch schon einen Teil seiner Geschenke bekommt, sonst wäre es einfach nicht auszuhalten (für ihn und für uns...). Auch die Kindergeburtstage haben wir an einem Termin abgehalten, die Kinderschar war dadurch zwar größer aber es war ok, die Hälfte der Zeit waren die Jungs draussen unterwegs, so hielt sich der Stress in Grenzen.

Sieben und neun sind die Zwei jetzt schon. Gerade beim Großen muss ich jetzt oft an die ersten Wochen denken, mein erstes Baby, zwei Jahre hatte ich den ganz alleine. Das dritte wird jetzt in eine ganz andere Familienumgebung hineingeboren, der Kleine ist dann der Mittlere, auch wenn er dafür zum Glück schon recht groß ist. Ich bin sehr gespannt wie sich das alles auf die Familienkonstellation auswirkt.

Für die Jungs ist ein Schuljahr zu Ende gegangen. Leopold hat es gut gemeistert wie die Jahre zuvor auch. Er geht gerne zur Schule und ist ein relativ ordentliches Schulkind. Leider hat er keine ganz einfache Klasse erwischt und ich bin froh, daß für ihn nach den Ferien das letzte Grundschuljahr anbricht. Er selber sieht es glaub ich garnicht so, aber gerade jetzt wo Julius auch zur Schule geht, in einer Klasse in der er sich mit vielen anderen Jungs verabreden kann, sieht man deutlich den Unterschied zu Leopolds Klasse, wo nur einzwei dafür in Frage kommen. Zum Glück ist er den Freunden ausserhalb der Klasse sehr treu.

Julius hat das erste Jahr überstanden, einfach war es nicht. Sein Zeugnis ist genau wie ich es erwartet habe, wenn er möchte kann er gut mitmachen, aber er möchte halt nicht immer, bzw. nicht so oft. Dazu ist er in allem Fortbewegen so langsam, daß er es auch z.B. bei pünktlichem Abliefern an der Schule noch schafft, viel zu spät am Klassensaal im 1. OG anzukommen. Und einiges andere, was die Lehrer stört. Es gibt Momente, da packt ihn plötzlich der Ehrgeiz, er weiss nämlich daß er in vielen Bereichen ziemlich fit ist, aber die Rolle als Klassenclown gefällt ihm auch sehr gut. Ich versuche mich in allem darauf Einfluss zu nehmen sehr zu bremsen, zum Einen kann ich garnicht kontrollieren, was er in der Schule macht, das muss ich glaube ich auch nicht, zum Anderen bin ich auch bei ihm ziemlich sicher, daß er seinen Weg finden wird. Er ist mit sehr großen Portionen Kreativität und Selbstbewusstsein ausgestattet, dumm nur, daß es dafür (noch) keine guten Noten gibt.

Mit Julius Klasse hatten wir ein sehr nettes Grillfest zum Ende des Schuljahres, einige der Familien kenne ich schon seit Jahren und wir verstehen uns gut. Trotzdem kommen da auch immer wieder diese nervigen Gespräche über die Leistungen der Kinder auf, gleich in der ersten Klasse soll alles funktionieren und einige Eltern wollen sehr genau wissen, was ihr Kind wie gut macht. Ich muss mich im Moment noch oft innerlich zurückhalten, nicht zu genau hinzuschauen und mir selber sagen, daß ich meine Kinder nicht mit den anderen vergleichen sollte und daß sie das schon hinkriegen werden. Ich finde, daß sie Dinge die sie lernen sollten selber erkennen müssen und es deshalb nichts nützt, wenn ich ihnen z.B. jeden Tag den Ranzen kontrolliere, denn das Ziel sollte wohl eher sein, daß sie das selber tun. Und daß es nicht wichtig ist, ob die Jungs jetzt zu den Besseren in der Klasse zählen oder nicht.
 Ich persönlich finde Noten ziemlich unwichtig, ich möchte Vertrauen in meine Kinder haben, daß sie ihren Weg schon machen werden. Wahrscheinlich liegt das auch daran, daß ich selbst einen Beruf habe in dem meine Schulnoten völlig nebensächlich waren. Viel wichtiger finde ich, daß sie selbständig Entscheidungen treffen was sie tun möchten und sich für Dinge interessieren, die ihnen am Herzen liegen. Ganz ohne Lenken funktioniert das natürlich nicht, aber bisher habe ich damit gute Erfahrungen gemacht.
Beeindruckt hatte mich z.B. diese Geschichte: Julius hatte einen S-Fehler, also er hat gelispelt, deswegen waren wir bei der Logopädin und er hatte schnell raus, wie das "richtige" S funktioniert. Nur benutzt hat er es auch danach freiwillig nicht. Wenn wir ihn darauf hingewiesen haben konnte er es mühelos einbauen, aber nach zwei Minuten hatte er das natürlich wieder vergessen. Damals war er noch in der Ganztagsschule und so hat den lieben langen Tag niemand etwas bezüglich seiner Aussprache zu ihm gesagt und zu Hause haben wir auch nicht dauernd Acht gegeben, es geht halt mal unter im Familienalltag. Ich hatte mir schon vorgenommen mich evt. um ein neues Logopädierezept zu kümmern, das ist jetzt einige Monate her. Vor einigen Wochen hat er dann plötzlich ohne äusseres Zutun angefangen, nur noch richtiges S zu verwenden, von einem Tag auf den anderen, ohne wieder ins Lispeln zurückzufallen. Weil ich nicht gleich was gesagt habe, hat er mich am zweiten Tag gefragt, ob mir denn garnichts auffiele? Ich hatte es tatsächlich nicht gleich realisiert. Seitdem lispelt er überhaupt nicht mehr, einfach so, ohne dass wir weiter darüber gesprochen hätten! Ehrlich gesagt bin ich fast stolzer darauf, daß er mit noch sechs Jahren von sich aus solche Entscheidungen fällt und die dann auch umsetzt.




Genäht
An der Nähmaschine saß ich leider wenig, irgendwann merkte ich zum Glück  wie entspannend auch langweilige Sachen sein können und daß ich das noch ziemlich gut machen kann wenn ich kleine Sachen nähe, die nicht dauernd gebügelt werden müssen zwischendrin. Also habe ich ausser diesem Kleid einige Unterhosen genäht, für die Kinder und für mich, toll, gell? Ausserdem ein weiteres Nachthemd wie dieses hier (s.u.) und vor ein paar Tagen noch einen Morgenmantel nach einem abgewandelten Knipschnitt an den ich Ärmel gebastelt habe.


Der ist mehr eine Notlösung, ich habe lange nach passenden Stoffen gesucht und jetzt ist der Aussenstoff vielleicht einen Ticken zu steif, dafür gefallen mir die Muster sehr gut in der Kombination. Passen tut er zur Zeit noch nicht, da ist der Bauch einfach zu groß. Könnte auch sein, daß ich die Gürtelschlaufen zu tief angesetzt habe, aber das wäre ja nur eine kleine Änderung.




Gestrickt
Auch hier wurde Fussball geguckt und auch ich habe dabei gestrickt, nur war kurz vor Schluss irgendwie die Luft raus. Es fehlen zwar nur noch ein paar Kleinigkeiten, aber so liegt sie jetzt schon seit Wochen rum. Die Jacke ist von oben nach unten gestrickt und ich hätte sie gerne etwas länger muss also unten nochmal aufmachen, ausserdem müssen die Taschen innen noch gestrickt werden und dann könnte ich die Fäden vernähen. Wann mache ich das? Bald wahrscheinlich.



Es handelt sich um das Modell Something Silver von Veera Valimäki (via ravelry) und gestrickt habe ich mit Cotton Merino von Drops in hellgrau.



Schwangerschaft
Lange dauert es nicht mehr, Mitte des Monats ist das Kind auf alle Fälle da, ich hatte schon erwähnt, daß es diesmal ein geplanter Kaiserschnitt sein wird (meine Geburtsberichte kann man hier lesen), es gibt also einen Termin an dem das Warten ein Ende hat. Das ist schon eine ziemliche Beruhigung, ich bin zunehmend genervt von der Untätigkeit zu der ich verdammt bin und hatte heute auch den Verdacht meinen Mitmenschen mit meiner Laune auf den Keks zu gehen, ich kann es aber gerade leider nicht ändern. Ist ja nicht mehr lang!
Die Wickelkommode steht, die Babysachen in der kleinsten Größe sind alle gewaschen, samt Mullwindeln, Moltontüchern, Babydecken, Stillkissen usw. Den Bezug für die Wickelauflage habe ich auch gefunden (der war natürlich nicht bei den Erstlingssachen und auf dem Speicher bei uns herrscht nicht die größte Ordnung, hust), Philip wird die Reifen vom Kinderwagen kontrollieren, die notwendigen Besorgungen sind gemacht (eine Sache fehlt noch, fällt mir gerade ein), so langsam entspannt sich auch mein Nestbautrieb wieder.
Letzte Woche haben wir allerdings noch eine große Stubenwagenwiege im schicken 80er Design bekommen, cremefarben mit goldenen Knöpfen und lila Blumen-Bordüren auf dem Stoff, yeah! Die kann ich so nicht lassen, ein paar Sprühdosen (geruchsarmer) Lack werden das nötigste tun und ein paar gerade Nähte für neue Gardinchen werde ich auch nächste Woche noch hinbekommen. Dann ist es also wirklich bald geschafft! (und das natürlich egal ob ich mit den Vorbereitung fertig geworden bin oder nicht)

Trotz aller Strapazen habe ich diese Schwangerschaft schon genossen, zwischendurch war ich vor allem glücklich daß es einfach so passiert ist und ich mich nicht in 10 Jahren fragen muss, warum wir das dritte Kind nicht doch gewagt haben. Daß uns das Schicksal diese Entscheidung abgenommen hat finde ich sehr schön. Ich kenne sehr gut das Gefühl auf andere Schwangere eine gewisse Form von Neid zu fühlen, ich glaube das geht vielen Frauen so, auch denen mit Kindern. Schwanger sein ist grundsätzlich ja ein sehr schöner Zustand, das habe ich jedenfalls bei den beiden ersten so empfunden, da ging es mir ja auch bis zum Schluss blendend. Bei dieser habe ich manchmal gedacht, daß mich die Anstrengungen jetzt hoffentlich jeglicher zukünftigen Eifersucht heilen würden, aber ich weiss auch, daß man die negativen Erfahrungen gerne im Nachhinein ausblendet.

Ich hatte nie das Bedürfnis, viel über meine Bäuche wissen zu wollen, ich war beruhigt wenn alles gesund ist, soweit man das sehen konnte. Aber schon das Geschlecht wollte ich auf keinen Fall wissen und habe immer mehr das Gefühl, daß die Kinder ein gewisses Recht auf ihr Geheimnis haben, solange sie im Bauch sind. Vielleicht auch, weil ich mir immer darüber bewusst war, daß da auch gewaltig was schief laufen kann in so einer hochkomplexen Angelegenheit wie einer Schwangerschaft und ich mich deshalb mit Vorfreude eher zurück gehalten habe, einfach weil ich im Hinterkopf behalten wollte, daß es eben auch sein kann, daß man am Ende kein Kind im Arm hat. Ich habe einen Heidenrespekt vor unserem Körper, der er in den paar Monaten in der Lage ist so ein komplettes kleines Menschlein, zwischen 3 und 4,5 kg (das sind die Eckdaten von Sohn 1 und 2) echter, funktionierender, fühlender Mensch herzustellen, was für eine Arbeit!

In dieser Schwangerschaft habe ich kein einziges Schwangerenbuch gelesen (ich hatte auch keine App auf dem Handy oder so) und mich natürlich auch nicht in Internetforen getummelt (ausser wenn ich mich gruseln wollte). Ein paar Blogartikel habe ich schon gelesen, da stolpert man ja dann mal drüber, aber da konnte ich mich kaum wiederfinden. Weder habe ich mich sofort beim ersten Ultraschall in das blinkende Pünktchen verliebt (was für eine seltsame Vorstellung), noch konnte ich dieses Puderzuckerrosa in manchen Blogposts nachempfinden. Natürlich, jedem das seine, aber ich empfinde da auch eine überhöhte Erwartungshaltung an das wachsende Leben im Bauch, mir würde es total widerstreben vor Vorfreude und Muttergefühlen so überzusprudeln.
Verantwortungsbewusstsein ja, absolut, aber Liebe? Ich kenne das Kind doch noch gar nicht. Klingt das hart? Es geht mir wirklich so, ich habe jeweils die kompletten neun Monate gebraucht, um mich auf das Baby zu freuen, Freuen im Sinne von so einem Gefühl wie kurz vor Weihnachten als Kind, das habe ich erst jetzt ein bisschen.
Ich weiss noch genau, daß ich mir auch bei Kind 2 überhaupt nicht vorstellen konnte wie das sein soll mit zwei Kindern. Beim ersten würde man das wahrscheinlich voraussetzen, aber auch bei den weiteren ist da einfach ein großes Fragezeichen, jetzt auch wieder. Aber diese Ungewissheit gehört für mich dazu, ich finde das ok. Ich habe natürlich gleichzeitig das Vertrauen, daß es schon gut werden wird, immerhin habe ich ja schon zwei tolle Kinder bei denen ich das erfahren durfte. So wenig ich im Moment sagen könnte ob ich das Kind was da im Moment noch im Bauch ist 'liebe', weiss ich zum Glück daß es nichts tolleres gibt wenn es dann auf der Welt ist. Eigene Babys sind wunderbar, riechen toll, Babys sind wunderhübsch (nur die eigenen), und letztlich wird mit dieser totalen Abhängigkeit des kleinen Würmchens auch eine gute Portion Narzissmus befriedigt, das darf in dem Fall auch absolut sein finde ich. Und ich freue mich einfach für meine Familie auf diesen neuen Menschen, noch ein Geschwisterchen, noch ein Kind, Enkel, ein Cousin oder Cousine, Familie ist toll!

Danke fürs lesen!

27.7.14

Ein Lebenszeichen und ein neues Kleid Simplicity 1028

Ja, ich lebe noch und das Baby ist auch noch nicht da! Könnte ja sein, daß man sich bei einer Schwangeren so seine Gedanken macht, wenn man ein paar Wochen nichts hört, war keine Absicht.
Wie schon erwähnt finde ich die Hitze nicht so toll und meiner sonst gewohnten Produktivität etwas hinderlich. Aber immerhin habe ich neben Kleinkram auch ein Kleid fertig bekommen.
Schon vor ein paar Wochen habe ich mir gedacht daß es jetzt mehr Sinn machen würde, Sachen für Wochenbett und Stillzeit zu nähen, also irgendwie vorne zu öffnen und überlege, welche Schnitte dafür in Frage kommen. Gerade für die erste Zeit nach der Geburt habe ich mir etwas gewünscht, was man schnell an- und ausziehen kann, um nicht den ganzen Tag im Nachthemd rumhängen zu müssen (Dafür wäre auch ein Morgenmantel toll, habe ich auch noch nicht). Es gab in den 40er und 50er Jahren sehr hübsche Hauskleider-Schnitte, im Prinzip wie Wickelkleider (dann gebunden) oder Hemdblusenkleider (geknöpft) geschnittene Kleider in der typischen Silhouette. 



Bei Etsy habe ich diesen Schnitt erstanden, Simplicity 1028, er ist laut einer Bleistiftnotiz von 1954.
Im Schnitt gibt es eine geknöpfte und eine gebundene Variante, weil ich das Kleid jetzt schon anziehen wollte, habe ich Bindebänder dran genäht.


Der Schnitt ist überhaupt nicht als Umstandsschnitt gedacht, deswegen sitzt es jetzt nicht perfekt. Das ändere ich lieber später nochmal wenn ich wieder eine irgendwie geartete Taille habe.



Aber grundsätzlich ist das Kleid recht bequem.

So sieht der Bauch inzwischen von der Seite aus. Das Kind darf noch zwei Wochen weiter wachsen, puh, inzwischen stört er auch beim Sitzen ein bisschen.

Der Kragen ist komplett angeschnitten und sitzt daher auch nicht so supertoll, das war damals aber ziemlich üblich, ich hatte schon einige solche Schnitte. Wahrscheinlich nähe ich noch später 2-3 Knöpfe dran, bisher ist der Ausschnitt mit einer schnöden Sicherheitsnadel gesichert.


Das Oberteil habe ich noch vor dem Zuschnitt einer ausgiebigen Änderung unterzogen, die Schulterpartie habe ich an meinen Basisschnitt angepasst, für die Brustabnäher habe ich mich an zahlreichen Messungen orientiert und eine FBA gemacht. Trotzdem saß es aus dem Originalstoff dann nicht, ich habe ordentlich an Weite wieder rausnehmen müssen. Vielleicht liegt das an der im Moment nicht vorhandenen Taille? Keine Ahnung. Guter Sitz ist es auch jetzt noch nicht, aber wie gesagt, das ändere ich lieber, wenn das Baby nicht mehr so "aufträgt".


Unter den senkrechten Brustabnähern habe ich im Rockteil kleine Fältchen eingebaut damit der Bauch jetzt besser reinpasst, sieht man leider auf den Fotos nicht so gut.


Die roten Paspeln gefallen mir gut, ganz schönes Gefummel die so um die Ecken des Kragens zu legen. Ich habe Fertigpaspel genommen die an den Ärmeln leider etwas knapp wurde. Da habe ich den Saum etwas einhalten müssen, damit es gerade so reicht. Dafür sind die Ärmelsäume jetzt etwas spack, tja, alles kann man nicht haben.
Die Ärmellänge habe ich pie mal Daumen abgeschnippelt, im Schnitt sind sie viel länger.
Die schrägen aufgesetzten Taschen musste ich der Stoffknappheit opfern, schade, die finde ich eigentlich schön. Vielleicht gibt es ja noch eine Variante!
Der Stoff ist von Karstadt, eine dünne Baumwolle vom Angebotstisch. Das Kleid ist mit dünner Ikea-Gardine gefüttert, sonst wäre es zu durchsichtig. 

So, liebes Kind, darf ich meinen Blogbesuchern denn bald mal Deine Sachen zeigen? Ein bisschen Umräumen im Nähzimmer und Suchen auf dem Speicher müssen wir noch, aber das meiste hat schon seine Runden in der Waschmaschine gedreht. Hach, diese winzigen Sächelchen!

10.7.14

Rückblick Juni


Auch wenn es nicht wirklich viel zu berichten gibt, möchte ich die Monatsrückblicke gerne beibehalten, mit wachsendem Bauch hat so eine kleine monatliche Aufzeichnung doch eine andere Bedeutung. Achtung, jetzt kommt erst mal ein Stück jammeriger Schwangeren-Content, wer darauf keine Lust hat, kann getrost bis zum nächsten Foto runterscrollen und dort weiterlesen!

Anfang Juni habe ich die 30-Wochen-Marke der Schwangerschaft übersprungen. Inzwischen finde ich auch meinen langweiligen arbeitsarmen Hausfrauen-Alltag ziemlich beschwerlich (dieses Wort kommt mir nur im Schwangerschaftszusammenhang in den Sinn) und ein paar Sachen die ich mir für die Zeit jetzt vorgenommen hatte musste ich mir schlicht versagen, es ging kräftemässig einfach nicht, das hatte ich mir Anfang des Jahres noch ganz anders vorgestellt.
Ich habe die vorherigen Schwangerschaften längst nicht so anstrengend in Erinnerung. Als ich mit meinem zweiten Sohn schwanger war, war ich Anfang Mai (ET damals Mitte Juli) noch auf einer kurzen Konzertreise in Paris, mit Metrofahren und so (Ihr kennt das vielleicht, dort gibt es quasi keine Rolltreppen. Dafür hat mir jeder männliche Fahrgast in der Bahn sofort den Platz freigemacht, das fand ich sehr beeindruckend). Klar, ich bin da auch nicht elegant die Treppen zum Eiffelturm hochgehüpft, aber es ging eigentlich insgesamt ganz gut und war eine schöne Reise.
Für diesen Juni hatte ich mir gewünscht, nochmal einzwei Tage nach Berlin zu düsen, meine Oboe bei der Werkstatt abholen, Stoff kaufen, Freunde treffen, hach das wäre schön gewesen! Die Zugfahrt wäre kein Problem gewesen, aber ehrlich gesagt kann ich sozusagen kaum noch laufen oder Treppen steigen. Wie eine alte Oma, schrecklich! Wenn ich längere Wegstrecken in der Stadt (länger im Sinne von ein paar hundert Meter) zu Fuss zurücklege, sitze ich abends mit schmerzendem Schambein auf dem Sofa, das kann ja auch nicht gerade gesund sein. Im Haus überlege ich bei jedem Gang in ein anderes Stockwerk, was ich noch mitnehmen kann um weitere Wege zu sparen. Oder ich schicke gleich eins der Kinder, wenn ich nur was holen will. Es ist ein bisschen tagesformabhängig, wird aber zunehmend schwieriger.
Schlafen geht auch nicht mehr so gut, das liebe Kind hat eine sehr regelmässige Wachzeit um kurz nach Mitternacht und da ich sowieso schlecht einschlafe liege ich jetzt oft bis nach eins wach im Bett.
Netterweise hatte mein Mann im Juni zwei Wochen frei, so konnte ich da wenigstens morgens länger schlafen, weil er dann die Kinder in die Schule verfrachtet hat.
Eine seltsame Einrichtung, diese wachen Nächte, das kennt wohl jede Schwangere. Üben fürs Kind, da könnte ich ehrlich gesagt drauf verzichten (die Säuglingszeit fand ich diesbezüglich übrigens auch beide Male nicht so schlimm, nächtliches Stillen dauert längst nicht so lange wie dieses im Bettrumgewälze). Ich schreibe das garnicht so gern, jammern liegt mir nicht. Und ich möchte wirklich nicht undankbar sein, immerhin geht es mir sonst gut, die Ärztin hat nichts zu beanstanden, das Kind entwickelt sich prächtig, darüber bin ich wirklich sehr froh! Aber irgendwie hatte ich mir das halt anders vorgestellt, wenn ich nicht von Beginn an nicht hätte arbeiten dürfen, wäre ich erst im Juli in Mutterschutz gegangen, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, Chapeau an alle die das müssen!

Es gibt zum Glück auch schöne Seiten am Schwangerendasein, so ist es ja nicht. Ich fühle mich z.B. erst jetzt so richtig "zu zweit", das Kind ist inzwischen so groß daß ich jede Regung spüre und mir ständig klarmacht, daß da ist wirklich eine lebendige Nr.3 in mir wohnt. Eine ganze Zeit lang vergisst man das ja mal über Tag oder man spürt solange keine Bewegung, wenn das Kind noch viel Platz hat, daß man sich sofort Sorgen macht. Inzwischen wäre es ziemlich problemlos lebensfähig, wenn es aus irgendeinem Grund jetzt schon auf die Welt müsste, ein beruhigender Gedanke.
Es sitzt meist in der Gebärmutter, also kann man den Kopf und manchmal die Füsse am Bauch ertasten, das finden auch die Jungs spannend. Bewegungen spüren ist für andere eher schwierig, es hört sofort auf, sobald eine Hand auf dem Bauch liegt. Ob es das schön findet? Neulich haben wir mal versucht, mit einer Taschenlampe seine Aufmerksamkeit zu wecken, ich hatte gelesen, daß sie darauf reagieren würden. Die Jungs fanden es totlustig und leuchteten mit viel Geduld auf alle Seiten des Bauches, eine richtige Reaktion konnte man allerdings nicht feststellen, vielleicht sollten wir es mal mit einer höheren Wattzahl versuchen.
 Ich habe mir vorgenommen, die Babysachen erst in Woche 36 vom Speicher zu holen, vorher könnten wir auch nicht in die Wunschklinik, die hat nämlich keine Kinderklinik, das wäre dann also eher eine Notfallsituation.
Ein Babybay (Beistellbett) bekommen wir von meiner Schwägerin, ansonsten ist eigentlich alles da. Ein bisschen gespannt bin ich schon auf das was in den Kisten schlummert, 7 Jahre ist es her, seit die Sachen benutzt wurden.
Ich hatte einen Vorbesprechungs- und Kennenlerntermin mit meiner Nachsorge-Hebamme, das war erfreulicherweise sehr nett. Wir haben beim letzten Kind noch woanders gewohnt, deswegen musste ich mich hier neu umhören und da der ET in den Schulferien liegt war ich zunächst froh, daß ich überhaupt problemlos eine gefunden habe.
Und ausserdem haben wir in der Geburtsklinik eine Termin-Besprechung und eine erste Untersuchung gemacht. Wie schon erwähnt wird das Kind per Kaiserschnitt geholt und da mein zweiter KS kein Spaziergang war lag mir viel an diesem Gespräch. Alle Ängste sind jetzt nicht gerade ausgeräumt, das wäre wohl auch ein bisschen viel verlangt, aber ich konnte alles ansprechen und mein Wunscharzt ist nicht in Urlaub, da habe ich also auch ein paar Fragezeichen weniger.


Was gibt es noch vom Juni zu erzählen? Weil ich die geplante Berlin-Reise streichen musste, haben zwei ganz liebe Berliner Nähnerds einen Gang über den Maybachufermarkt für mich gemacht. Von Herzen kam nicht nur die Verpackung, ich habe mich riesig gefreut, ein großes Überraschungspaket auspacken zu dürfen. Jetzt bin ich hoffentlich bis Ende des Jahres gut versorgt, den untersten Stoff habe ich ja schon vernäht. Ich winke nochmal nach Berlin zu den beiden Damen, großer Nähnerdflausch!!


Bis zur Geburt wollte ich gerne zwei Quilts fertig genäht haben, da bin ich ziemlich im Plan kann ich sagen. Das Top (die Vorderseite) vom Ocean Waves-Langzeitprojekt ist zusammengesetzt, da fehlt nur noch eine weisse Umrandung, ausserdem habe ich einen neuen Schwimmbad- oder Gartenquilt fertig genäht, der lag auch schon eine Weile in Teilen hier. Den Arbeitsablauf für dieses Top wollte ich als Tutorial veröffentlichen, das kann ich jetzt ja machen. Ein schnelles Quilttop aus großen Resten oder alter Bettwäsche, wie schon der erste. Ich finde ihn wundervoll, irgendwas habe ich wohl mit Zickzack (jaa, er passt zu meinem Bikini!!).
Ausser dem Bikini habe ich drei Kleider genäht, mir kommt das ja eher wenig vor, aber vielleicht bin ich zu ungeduldig. 


Eingekocht habe ich diesen Monat nur Himbeer-Johannisbeer-Gelee. Das habe ich letztes Jahr zum ersten mal gekocht und ich finde es fast noch besser als reines Himbeergelee. Die Früchte kommen in den Heissentsafter und werden dann verkocht, so hat man keine nervigen Kerne drin. Das Verhältnis ist etwa 2 zu 1 / Himbeeren zu Johannisbeeren, oder noch etwas mehr Himbeeren, sehr zu empfehlen!


Abgesehen von der erschöpfenden Hitze geniesse ich den Sommer sehr, ich ernähre mich weitestgehend von kiloweise Wassermelone, Beeren mit Joghurt und Wasa-Crackern. Trinken tue ich sowas wie alkoholfreien Caipirinha, gerne mit Holundersirup oder mit Minze-Limettesirup, auch eher literweise. In der Schwangerschaft wird man ja gleichermassen genügsam und anspruchsvoll (wehe, es sind keine Wasa-Cracker mehr im Haus...!!)

Danke fürs Lesen!