19.5.16

Die Bienen sind da!




Nachdem ich sie im Januar angekündigt hatte und inzwischen auch
ein paar Bilder bei Instagram und auf Facebook zu sehen waren, stelle ich Sie Euch heute das erste mal ausführlich vor: Die Bienen sind da!


Weil einige Menschen im realen und im virtuellen Leben so interessiert nachgefragt haben, schreibe ich mal alles etwas genauer auf, was ich so zu erzählen habe. Ich hoffe es bleibt verständlich für alle, die sich noch nie mit dem Thema befasst haben. Wenn nicht, einfach nachfragen!

Mittlerweile sind fast drei Wochen vergangen seit ich sie abgeholt habe und vorgestern habe ich sogar schon einen Ableger erstellt, bald sind es also drei Völker.

Die ersten Tage waren sehr aufregend, zum Einen fanden wir es natürlich total spannend, jetzt Bienen im Garten zu haben, zum anderen waren die Bienen reichlich aus dem Häuschen als sie nach der nächtlichen Ankunft am nächsten Morgen ihre neue Umgebung das erste mal erkundet haben. Dann fliegen alle Flugbienen auf einmal (gefühlt jedenfalls) über der Beute herum um sich "einzufliegen", d.h. sie prägen sich ihren neuen Standort ein, damit sie nach dem Sammelflug wieder nach Hause finden. Abends konnte man schon die ersten Bienen mit Pollenhöschen in die Beute krabbeln sehen, sie hatten also schon was gefunden. Das emsige Bienenleben konnte also wunderbar weitergehen.

Der erste Morgen bei Sonnenschein. Für die größeren Waben auf denen ich sie gekauft habe, habe ich zwei meiner Honigräume zusammen getackert.

Seither gehe ich so oft ich kann nach hinten in den Garten und gucke ihnen zu. Sobald es morgens halbwegs erträglich ist (gerade ist es ja recht kalt) fangen sie an zu fliegen und wenn die Sonne scheint ist richtig viel los, dann hört man sie auch gut, ein ewiges Summen und Brummen. Vor allem das linke Volk ist ich vermute sehr stark, viel Vergleich habe ich ja nicht, da ist tierisch was los. Im rechten geht alles etwas gemächlicher zu. Aber mittags wenn die Sonne drauf scheint ist auch da ein reiches Treiben.
Auch die Kinder stehen täglich fasziniert vor den Beuten und haben mir schon geholfen, wenn ich in die Völker reingeschaut habe. Vor allem der kleine Konstantin ist sehr unvoreingenommen und möchte einzelne Bienen die er auf Blüten sieht am Liebsten streicheln, die fliegen dann aber weg.


Gekauft habe ich zwei Völker der Rasse Buckfast. Da es ausgewachsene (Wirtschafts-)Völker sind war es eigentlich Pflicht, jetzt einen Ableger davon zu machen, zumal das starke Volk quasi überquillt vor Bienen. Ableger heisst, ich habe mehrere Brutwaben und Futter aus dem großen Volk entnommen, zusammen mit Rahmen zum Ausbauen in einen neuen Kasten gehängt und sie damit zu einem separaten Volk gemacht. Noch sind sie ohne Königin, die sie sich sobald sie das gemerkt haben aus frischer Brut selbständig nachziehen. Wenn die "Neue" geschlüpft ist muss sie nur noch begattet werden, dann kann dieses Volk anfangen zu brüten und wächst bis zum Spätsommer zu einem überwinterungsfähigen Volk heran. Soweit die Theorie, ich hoffe das klappt auch so in der Praxis.

Bald muss ich mal freischneiden.

Obwohl jedes Volk um die 20000 Bienen haben sollte (gezählt hat die natürlich niemand) merkt man es im Garten selbst kaum, daß sie da sind. Sie stehen hinten in einer Ecke, am Zaun zum einen Nachbarn stehen hohe Büsche, zum hinteren Nachbarn die Rückseite eines Gartenhauses, dann auch Büsche, daher müssen sie mehr oder minder senkrecht ausfliegen um aus dem Garten raus zu kommen. Keine Biene, die einem in Augenhöhe beim Gang durch den Garten begegnet, keine im Gras sitzend, es ist auch noch niemand gestochen worden. Auch auf den Blüten habe ich zunächst keine (also wirklich garkeine!) gesehen, erst in den letzten Tagen sind diese blauen Blumen aufgeblüht, da sind vielleicht 5-8 Bienen dabei, die abzuernten. Und jetzt im Vorgarten ein kleiner weissblühender Busch, da mögen es 10 gleichzeitig sein. Wie gesagt, 20000 Bienen, also 40000 bei zwei Völkern, vielleicht ein Drittel Flugbienen schätze ich, und die meisten interessieren sich nicht die Bohne für den Garten. Erstaunlich! Man kann im Prinzip einzwei Meter vor dem Flugloch stehen und dem Kommen und Gehen Zugucken, ein Bienenstrom gen Himmel, das ist ein Trubel wenn die Sonne scheint! Und keine nimmt Notiz davon, daß man da steht.


Zu den Aufgaben des Imkers gehört jetzt im Mai, etwa jede Woche einmal in die Völker zu schauen. Es geht dabei darum, zu kontrollieren ob sie evt. demnächst Schwärmen wollen, ein konventioneller Imker möchte das gerne verhindern. Durch Schwärme vermehren sich Bienenvölker, die alte Königin fliegt mit einem Teil des Volkes aus der alten Beute weg, die Bienen die zurück bleiben ziehen sich eine neue Königin nach. Der Schwarm sucht sich ein neues zuhause und baut dort neu. (So will das jedenfalls die Natur, in der Praxis sieht es so aus, daß der Schwarm sich meistens an einem Baum als Traube sammelt und dort hoffentlich von einem Imker erreicht und gefangen werden kann, der ihn dann mitnimmt und in eine leere Beute "einschlägt". Man muss dazu sagen, daß Bienenvölker heute in der freien Natur meist nicht lange überleben, sie finden auch kaum geeignete Nistplätze.) Auch wenn Schwärme von naturnahen Imkern als tolles Naturschauspiel und zur Natur der Biene gehörig verteidigt werden, wollte ich das ehrlich gesagt den Nachbarn zuliebe lieber nicht zulassen. Ausserdem kann das Einfangen, wenn sie z.B. besonders hoch hängen ziemlich schwierig bis gefährlich für den Imker werden. Wenn es um die Honigernte geht, ist es auch besser, wenn die Bienen zuhause bleiben. Schwärme sind übrigens nicht wie ich heute wieder in der Zeitung lesen konnte "in Panik geraten" oder vielleicht angriffslustig, sondern total harmlos.
Mit dem Ableger habe ich einer evt. aufkommenden Schwarmlust (die u.a. aus Platzmangel entsteht) hoffentlich Abhilfe geschaffen. Ausserdem sagt man den Buckfast-Bienen nach, schwarmträge zu sein, deswegen habe ich sie mir auch rausgesucht. Trotzdem bin ich jede Woche ganz aufgeregt, wenn ich die Völker aufmache, es ist total spannend! Und ich muss mich tierisch konzentrieren, nicht zu vergessen, was ich eigentlich machen soll (Ist Brut in allen Stadien da? Sind irgendwo Schwarmzellen? Haben sie die Waben schon ausgebaut, Honig eingetragen usw.).
Natürlich öffnet man die Kästen nicht in Hemdchen und FlipFlops, ich habe Schutzkleidung und Handschuhe an und lenke die Bienen mit dem Smoker ab, sie sind nicht gerade erfreut wenn jemand bei Ihnen reinschaut. Aber man gewöhnt sich an die um einen herum sausenden Bienen, weil man sich durch den Schleierhut gut geschützt fühlt. Die auf den Waben bleiben auch alle sitzen, das macht es allerdings nicht einfacher weil man vor lauter Bienen die Wabe kaum sieht. Ich könnte sie abkehren, aber das mögen sie nicht so.
In einem der Bücher habe ich gelesen, daß die meisten Neu-Imker mit einer gehörigen Portion Respekt ein Bienenvolk öffnen, das beruhigt mich. Ich muss hier nicht den Helden spielen... Aber wie gesagt, gestochen wurde bisher niemand von uns, ich warte noch drauf.

Blick in das kleinere Volk, das weisse oben ist verdeckelter Honig

Nektar scheinen sie reichlich zu finden, denn es ist überall viel eingetragen. Man kann aber erst ernten, wenn die Honigwaben zu einem guten Teil verdeckelt (also von den Bienen für "voll" erklärt) sind, das dauert noch ein bisschen.

Ich erzähle noch mal der Reihe nach, wie kam ich denn überhaupt auf die Idee, Bienen zu halten?
Bei der Landesgartenschau letztes Jahr in unserer Stadt stolperte ich über einen Stand des Imkerverbandes. Da mich das Thema immer schon interessiert hat liess ich mir das Innenleben einer Beute (so heissen die Kästen in denen die Bienen wohnen) von einer jungen Frau erklären. Das schlichte Fazit dieser Begegnung für mich war:
1. Die Imkervereine suchen händeringend Nachwuchs
2. Imkern ist nicht nur was für ältere Herren. (Klingt zwar blöd, aber so wird es vielleicht in vielen Köpfen verankert sein!?) und
3. Man sollte nicht nur ein Volk halten sondern besser 2-3.

Jedes Bienenvolk bekommt einen "Baurahmen" um dort Drohnen zu ziehen, man gibt den Bienen einen blanken Holzrahmen, das ist also alles selbstgebaut in gut zwei Wochen. Das verdeckelte hier sind die Drohnen im Puppenstadium, Nektar und Honig ist auch auf der Wabe.

Ich hatte eigentlich nie in Betracht gezogen selber Bienen zu halten, die Frage hat sich irgendwie nicht gestellt. Die Vorstellung vom Imkern war eben mit älteren Herren und Bienenständen mit vielen Völkern irgendwo ausserhalb der Ortschaften verknüpft. Für sowas hätte ich keine Zeit. Aber es tauchen in den letzten Jahren vermehrt Initiativen auf, die Imkern im kleinen Rahmen publik machen, sogar auf dem Balkon kann man Bienen halten. Man könnte auch Bienen halten, ohne Honig zu ernten, nur der Umwelt zuliebe sozusagen. In den Städten ist ein regelrechter Boom entstanden, Berlin gilt als Bienenhauptstadt. Das spiegelt sich auch im aktuellen Bücherangebot wider. Gut für Einsteiger, es gibt wirklich viel Literatur und viel Neues zu lesen.


Wabe vom Rand mit kleinem Brutnest und großem Honigkranz darüber. Dazwischen, links von der Mitte die hellen halbvoll gefüllten Zellen sind Pollen. Pollen wird als Nahrung für die Brut benötigt. Unten rechts die herausstehenden Zellen sollten Drohnen sein, die sind zu groß für die normalen Waben und stehen deshalb raus.

Einmal infiziert vertiefte ich mich erstmal in alles, was das Internet zum Lesen bereit hält. Ich erinnerte mich an einen Hersteller einer Balkonbeute, den ich mal in der NDR-Talkshow gesehen hatte, das ist die Bienenbox, darüber kam ich zur Bienenkiste (Achtung, hier verwechselt man gerne den Namen, das ist was ganz anderes).
Eine Weile dachte ich, die Bienenkiste könnte etwas für mich sein, es schien alles so einfach zu sein und so naturnah, simpel gehalten ohne viel Schnickschnack lässt sich so eine Kiste doch überall hinstellen und man muss fast nichts tun. Schwarm rein und gut ist.
Wenn man sich näher mit der Materie beschäftigt merkt man jedoch schnell, an welche Grenzen man mit diesem System stösst, schon allein das Hochwuchten dieses Riesendinges kann ich mir nicht so einfach vorstellen wie es immer beschrieben wird.
Auch wenn ich grundsätzlich finde, das Thema Bienen ergänzt wunderbar den Garten, schliesslich muss ja irgendwer die gepflanzten Obstbäume auch bestäuben, möchte ich kein reiner Bienengucker sein. Die Vorstellung, Honig zu ernten, mit der Schleuder zu arbeiten und gefüllte Gläser in mein Vorratsregal zu stellen finde ich sehr verlockend. Ich koche ja schliesslich auch gerne Marmelade ein.
Ich wollte also lieber "herkömmlich" imkern, mit Rähmchen und Zargen und gutem Einblick in das Volk.

Kleine Anekdote am Rande: Die Bienenkiste ist wirklich toll im Internet dargestellt und man kann sich umfassend informieren, u.a. gibt es die Möglichkeit, in einem Forum anzeigen zu lassen wer in der Umgebung so eine Kiste besitzt um denjenigen mal zu besuchen und sich das Ding in echt zeigen zu lassen. Das habe ich also getan und habe zwei Bienenkistenbesitzer gefunden, beide nicht weit von Landau. Einer wohnte in einem Ort, in dem meine Großeltern als sie noch lebten ein Ferienhaus besassen. Es sei hinzugefügt daß die einzige Verbindung zum Imkern in meiner Familie meines Wissens dieser Großvater ist, dessen Vater hatte Bienen, das hat mir meine Mutter immer erzählt. Mein Großvater hat zeitlebens gerne Honig gegessen und hatte immer ein DIB-Glas auf dem Frühstückstisch. Ich nahm also Kontakt mit diesem Imker auf und fragte, ob ich mal vorbei kommen könne. Der schrieb auch gleich zurück und lud mich ein. Ein bisschen verwunderte ich mich, er hiess Charly, war Rentner, duzte mich und schrieb von "heuer", so Leute hatte ich hier auf dem Dorf noch nie kennengelernt (Pfälzer sagen nicht heuer sondern "dessjohr"), ich war also gespannt. Der Ort liegt am Hang, um mich nicht in Sackgassen an Weinbergen zu verfahren hab ich die Adresse ins Navi eingegeben und staunte nicht schlecht, als das Auto mich fast direkt vor dem Ferienhaus meiner Großeltern absetzen wollte. Es war das Nachbarhaus und der Besitzer stellte sich als der Käufer des großelterlichen Feriendomizils heraus, natürlich hatte er meinen Opa als Nachbarn gut gekannt. Den Zufall fanden wir dann beide lustig! Er zeigte mir seine Bienen, die direkt vor dem Gartenhäuschen standen, was meine Oma früher manchmal zum Übernachten genutzt hatte wenn das Ferienhaus vermietet war. Da wurde ich dann schon fast sentimental...
Dieser Imker hat mir aus eigener Erfahrung von der Bienenkiste abgeraten, Gründe: siehe oben. Ausser der Bienenkiste hat er noch zwei Mellifera Einraumbeuten, die er mir mehr ans Herz legte. Der Vorteil hier: Ungeteiltes Brutnest, ein Raum für alles, aber Rähmchen zum Ziehen um genauen Einblick zu haben (und für die Dezemberbehandlung gegen die Varroamilbe).


Das große Volk lässt sich von der Kälte nicht stören, hier ist viel los.

Das mit dem ungeteilten großen Brutnest fand ich sehr überzeugend und habe mich dann mit Großraumbeuten, Trogbeuten und ähnlichem beschäftigt und mich letztlich für Dadant entschieden. Hier wird nur der (schmälere) Honigraum aufgesetzt, das Brutnest ist in einem großen Raum und wird beim Rähmchenziehen nicht in der Mitte geteilt wie bei Zander oder Deutschnormal usw., was die wesentlich gebräuchlicheren Rähmchengrößen sind. Dadant ist in der Berufsimkerei sehr verbreitet, weil es aufgrund der großen Waben und damit geringeren Wabenzahl schneller zu bearbeiten ist. Das macht es für mich als Anfänger eben auch leichter, 7 Waben hatte ich zu Beginn pro Volk, die alle anzuschauen dauert auch schon eine Weile. Bei Zander wären es ich glaube an die 20....
Da sich ein Chorkollege dann zufällig auch noch als Buckfast-Imker auf Dadant entpuppte und mir netterweise Hilfe beim Beute beschaffen usw. anbot war die Entscheidung noch leichter. So hatte ich gleich Starthilfe und das Gefühl, nichts super-exotisches ausgesucht zu haben, sondern mit meiner Wahl ziemlich richtig zu liegen.
Die Bienen die ich vor drei Wochen gekauft habe sitzen noch auf einer leicht anderen Rähmchengröße als Dadant, was den Anfang ein bisschen kompliziert macht. Im Prinzip müssen die Bienen erstmal auf das von mir gewünschte Dadantmass umziehen, dazu müssen sie sich die Waben selbst ausbauen. Das dauert alles seine Zeit, fertig bin ich mit dem Prozedere noch nicht.

Dadant? Zander? Wovon redet sie denn? Das Rähmchenmaß

Wenn man Bienen halten möchte muss man sich für ein Rähmchenmaß entscheiden. Überhaupt muss man einige Entscheidungen treffen beim Imkern, denn für alles gibt es 100 Wege mit 200 Gründen es zu tun oder zu lassen. Aber zuallererst steht eben das Rähmchenmaß, das ist schlicht die Größe des Holzrähmchens, in denen die Bienen ihre Waben bauen und die dazu passende Beute (also der Kasten). Damit verbunden evt. auch die Betriebsweise, also die Art wie man die Bienen bearbeitet. Das klingt jetzt etwas technisch, aber wer sich dafür interessiert wird es hoffentlich verstehen. In Europa gibt es eine große Zahl verschiedener Rähmchenmaße und es wird zuweilen empfohlen der Einfachheit halber das in der Gegend verbreitete zu nehmen. Das wäre hier in der Pfalz Zander, also eine Magazinbeute die übereinander gestapelt gleich hohe Zargen mit gleichen Rähmchen hat, geteilter Brutraum, schwere Honigräume. Ich sehe keinen Vorteil darin, die Bienen auf dem gleichen Maß wie die Umgebungsimker zu haben, denn Rähmchen tauscht man untereinander eigentlich nicht. Und zu verschenken haben Imker im Allgemeinen auch nichts (eher die Dinge, die bei Ihnen nicht passen). Zu Beginn muss man Bienen kaufen, ok. Aber wenn man auch bereit ist ein paar Kilometer weiter zu fahren findet man die vielleicht auch auf dem gewünschten Maß. Oder zieht sie dann zuhause eben um, so wie ich. Man kann sich auch einen Schwarm besorgen, der hat naturgemäß keine Rähmchen bei sich und muss alles erst ausbauen, wenn er in die Beute eingezogen ist.

Der Ableger hat nur ein ganz kleines Flugloch, er hat zwei Tage nach der Bildung noch kaum Flugbienen. Hier gucken gerade mal zwei Bienchen ob sie einen Ausflug wagen können.

Ausser dem Rähmchenmaß kann man sich auch bei der Bienenrasse zwischen einigen entscheiden. Die mit Abstand am verbreitetsten ist die Carnica, aber es gibt mittlerweile auch viele die Buckfast haben oder zumindest Erfahrung damit. Die Buckfast-Biene wurde von einem englischen Mönch Anfang des 20. Jahrhunderts gezüchtet und soll sanftmütiger, schwarmträger aber auch leistungsstärker sein als die Carnica. Sie wird bevorzugt auf Dadant gehalten weil sie ein großes Brutnest anlegt und ist unter Berufsimkern sehr verbreitet. Angeblich wettern die Carnica-Imker gegen Buckfast-Imker und umgekehrt, ich habe allerdings im Verein nichts Böses gehört bisher, mit 2-3 Völkern stelle ich aber hoffentlich keine große Gefahr bezüglich der Reinzucht der Carnica-Imker in der Umgebung dar (Meine Drohnen fliegen ja, wohin sie wollen, könnten also auch Carnica-Königinnen begatten, uiuiuiui...). Für mich stand im Vordergrund, daß ich meine Bienen in einem Wohngebiet aufstelle und da wollte ich gerne möglichst friedliche Bienen.

Die Bienen überwintern in einer Wintertraube in ihrer Beute, fangen mit dem Frühling wieder an zu brüten und das Volk dadurch zu wachsen und Nektar und Pollen zu sammeln und ziehen sich wieder in Winterruhe zurück wenn es kalt wird.
Der Imker hat das meiste an den Völkern zu tun zur Honigernte (bei Standimkerei im Garten etwa dreimal Mai bis Juli) und in der Schwarmzeit, Ende April bis Ende Juni, da muss man etwa alle 8 Tage die Waben kontrollieren. Einige haben mir erzählt, sie hätten gehört daß im Sommer so viel Arbeit wäre, das hätte sie abgeschreckt. Da muss man denke ich differenzieren, bei 10-70 Völkern auf diversen Ständen, die man (neben dem Job...!) mit dem Auto anfahren muss ist einmal die Woche durchsehen bestimmt aufwändig. Viele Imker wandern auch mit ihren Bienen, also sie fahren zu bestimmten Trachten hin, Raps, Edelkastanie usw., d.h. Kästen einladen, hinfahren, ausladen, dann wieder hin zum Abholen, das sind ja auch alles Gewichte die da zu transportieren sind, puh! Direkt danach dann Schleudern und Honig weiter verarbeiten, bei Wandervölkern sind es größere Mengen als bei Standvölkern.
Bei zwei bis vier Völkern im eigenen Garten ist es doch überschaubar, finde ich zumindest bisher. Natürlich ist am Anfang alles sehr spannend, eigentlich würde ich gerne öfter reingucken, aber das tut den Völkern nicht gut. Man muss viel lesen und sich einarbeiten in das Thema, da ist es mit einer Stunde pro Woche bei weitem nicht getan, aber es macht ja auch Spaß.
Ende Juli ist mit der letzten Schleuderung dann Schluss, dann kommt eine Varroabehandlung und eine Fütterung und man hat bis zum September Ruhe.
Da ich theaterbedingt sowieso nur im Sommer ab Mitte Juli Ferien habe, stört es mich nicht, daß man im Mai und Juni wirklich nicht weg kann.

Aber: Es gibt einige Arbeiten die man nicht aufschieben kann, das ist zum Einen die Behandlung gegen die Varroamilbe, das geschieht im Sommer nach der letzten Honigernte zweimal, meist mit Ameisensäure die verdampft wird. Und im Winter in möglichst brutfreier Zeit mit meist Milchsäure die aufgesprüht wird. Diese Milbe ist in jedem Volk und es ist eine Herausforderung sie einzudämmen, ganz los wird man sie nicht. Sie vermehrt sich in der verdeckelten Brut und schädigt dort die ungeschlüpften Bienen. Diese Aufgabe hätte man auch, wenn man die Bienen nur zum Gucken hat, also den Honig garnicht erntet.

Und zum Anderen muss man die Völker füttern solange sie das Futter noch verarbeiten können: Wer den Honig erntet muss den Bienen im Spätsommer einen Ersatz dafür geben, in der Regel Zuckerwasser. Das verschaffen die Bienen dann in ihre Waben und zehren davon bis zum nächsten Frühling. Das muss also auch sehr gewissenhaft erfolgen, sonst verhungern die Bienen im Frühjahr. Im Frühjahr kontrolliert man dann, ob noch genügend Futter da ist und füttert notfalls nach bis der Frühling kommt und sie sich wieder selbst versorgen können.

Das meiste Wissen habe ich mir angelesen. Wenn man mehrere Bücher liest, merkt man auch gleich, an welchen Stellen überall dasselbe steht und wo sich die Meinungen oder Methoden der Autoren unterscheiden. Es gibt auch einen großen Schulungsordner vom Imkerverband, den gab es beim Kurs dazu.
Ausserdem habe ich auf YouTube den Kanal von Dirk Unger entdeckt und habe mir , z.T. mehrfach, alle Videos angesehen. Das ist wirklich reichlich Material, aber ich finde es sehr lehrreich, von mir eine unbedingte Empfehlung und ein großes Dankeschön an Dirk für die Mühe! Wer mir weitere Videos von erfahrenen Imkern empfehlen kann, nur her damit.

Ich besuche auch einen Einsteiger-Kurs vom Imkerverband, das ist ein Termin pro Monat, einmal durchs Bienenjahr. Es ist sicher nicht verkehrt ihn zu machen, aber das meiste was ich da kennenlerne wusste ich schon. Der Kurs ist bestimmt sehr interessant für Menschen, die noch nicht genau wissen, ob sie überhaupt Bienen halten wollen.
Nachdem ich so viel gelesen und gesehen hatte, fand ich es vor allem spannend, wie es dann tatsächlich ist, eine Wabe voll mit Bienen und Brut in den Händen zu halten. Vielleicht hätte ich mich dann doch gefürchtet oder so? Es war aber sehr schön und wie gesagt, die Bienen auf der Wabe fliegen einem nicht entgegen, die haben zu tun. Es ist schön, ins Volk zu schauen, das emsige Treiben zu sehen, die Wärme zu spüren, den Honig zu probieren...

Neben dem Imkerkurs bin ich dem Landauer Imkerverein beigetreten. Bei der Imkervereinsmitgliedschaft ist eine günstige Haftpflichtversicherung inbegriffen, schon das macht es empfehlenswert einem Verein beizutreten. Ausserdem ist der Einsteigerkurs dann kostenlos. Ich hatte ein bisschen Bauchschmerzen, weil ich soviel gehört hatte von der Ablehnung gegenüber Buckfast-Imkern und hatte auch einfach Bedenken, da seien vielleicht nur verbohrte Imker vom alten Schlag, war dann aber sehr positiv überrascht. Klar sind da ältere Herren, aber die waren alle sehr nett. Und es gab beim letzten Mal sogar noch zwei andere Frauen in meinem Alter. Alles sehr hilfsbereite Menschen, die sich über Nachwuchs freuen, da gehe ich ganz gerne hin. Ich denke, für einen Anfänger ist es wichtig jemanden zu haben, den man fragen kann. Wenn man drei Imker fragt, wird man zwar fünf Antworten bekommen, aber das mit dem Entscheiden hatten wir ja schonmal.
Im Übrigen war es ein bisschen so wie beim ersten Bloggertreffen, man quatscht über Rähmchenmaße und Ablegerbildung und hat Leute um sich die genau wissen wovon man spricht, toll!
Von mir daher eine klare Empfehlung, den Verein zu besuchen. Wenn man sich garnicht wohlfühlt, kann man immer noch beim Nachbarverein schauen.

Puh, das war ein langer Post, Danke fürs Lesen!

MeMadeMittwoch am 18.5.2016

Dieser Post erschien zuerst auf dem MeMadeMittwoch und erscheint der Vollständigkeit halber auch hier

Herzlich Willkommen zum MeMadeMittwoch am heutigen Eisheiligen-Mai-Mittwoch!
Ich heisse Katharina und blogge unter Sewing addicted.


Viele von uns machen ja beim MeMadeMay mit, ist das doch schliesslich die Mutter des MeMadeMittwoch. Der MeMadeMay findet jedes Jahr statt und wird veranstaltet von einer englischen Bloggerin, die Teilnehmer posten jeden Tag (vor allem auf Flickr) was sie selbstgenähtes tragen. Für mich findet der mmmay16 diesmal vor allem auf Instagram statt, das ist so praktisch da, man lädt flott ein Foto hoch und schreibt drei Wörter dazu, ganz simpel mit dem Handy und der App. Ich bin noch nicht so lange auf Instagram und ich finde es wirklich ganz nett. Wenn ihr mich sucht, ich heisse dort sewingkatharina. Heute gibt es mal einen kleinen #mmmay16 Wochenrückblick mit eben jenen Handyfotos, nicht ganz vollständig, wer wird so pingelig sein. Und alles mit ollen Kamellen, denn:

Beim MeMadeMay soll man sich selbst eine Herausforderung stellen (im Original heisst es pledge), das finde ich immer ein bisschen schwierig. Da ich aber dieses Jahr ein paar Kilos abgenommen habe wollte ich gerne meinen Schrank durchforsten nach den älteren Sachen, die jetzt wieder passen. Und dabei auch das aussortieren, was zwar wieder zur Figur passt, aber nicht mehr zu meinem Leben Huch, was ein Satz! Aber ihr kennt das bestimmt, da liegen Sachen im Schrank die man nicht wegtun kann, nur für den Fall, daß man mal wieder zehn Kilo weniger wiegt. Die Frage ist, will man die dann überhaupt noch anziehen?



Also einige Sachen habe ich mit großer Freude wieder in meine Garderobe aufgenommen, z.B. alle Knotenkleider, hurra! Selbst dieses eher etwas enge aus Ringeljersey, es hat keinen Stretch.
Den Schnitt muss ich direkt mal suchen.



Hier mal ein Bild von unterwegs, aus einer Klamottenabteilung...aber natürlich für Herren, Frau braucht da ja nix.
Ein Dauerbrenner ist diese Jacke, eigentlich ist es eine Regenjacke, aber aus sehr fest gewebter Baumwolle, der Gürtel war leider schnell verloren. Ich trage sie immer wieder gerne, sobald es warm genug ist, so war das garnicht gedacht als ich sie genäht habe.
Ich sag Euch, grau hat immer Saison! Hier hab ich dazu geschrieben (Beim Aufrufen der alten Blogposts wundere ich mich dann schon kurz...). Da drunter das Knotenkleid in dunkelblau.


Sonntags hatte ich morgens und abends zu tun und dafür gab es das schwarze Coat dress. Da war das zu klein sein besonders fies, denn die Ärmel hatte ich aus Versehen ein oder zwei Größen zu klein kopiert, die sind leider immer noch zu eng.


Zu Hause rumgammeln im Knotenkleid, die wenigstens optisch wärmende Sommerblumenvariante.
.

Heute habe ich dann mal alle Webstoffkleider durchgesehen. Vor allem die mit Ärmeln haben echt Schwierigkeiten im Alltag zu bestehen, wenn ich ehrlich bin. Gut, viele langärmelige Kleider sind eher festlich und damit sowieso nichts für den Alltag, aber ich habe doch einiges aussortieren können. Sommers trage ich viel Webstoff, alles ohne Ärmel, da kommt nichts weg von.
Ich habe mich beim Durchschauen gefragt welches Kleid ich ohne zu Zögern anziehen würde. Bequem, trotzdem schick, und mit Wohlfühlcharakter, d.h. nichts wo man zuppeln muss, kein Ausschnitt der doch zu tief ist, Ärmel, die einschnüren, kein Rock der hochrutschen kann. Manchmal darf einfach nichts nerven, kennt ihr das?
Dafür habe ich dieses Kleid:


Das blauweisse macht einfach gute Laune, tatsächlich ist es ziemlich bequem, sogar auf dem Sofa. Und man ist einfach gut angezogen.
Der Blogpost dazu ist hier, leider hat es schon ein bisschen gelitten, das sieht man im Vergleich. Vielleicht sollte ich mal einen Nachfolger nähen, könnte ja auch einfarbig sein.


Uniform lässt grüßen, aber bei blauweiss ruft mein Farben-Ich ganz laut JAA!
 Vielleicht sollte ich mir auch so ein Käppi zulegen (siehe das Pramo-Titelbild vom Original-Post)


Und womit übersteht ihr die kalten Tage wo man wieder was langärmeliges braucht?

13.5.16

12 von 12 im Mai 2016

Seit langem mal wieder ein 12 von 12 bei mir, herzlich Willkommen!
 Ein regnerischer, ruhiger Tag im Mai 2016


1/12 Lieblingsfrühstück: Frühstücks-Couscous mit Orange




2/12 Morgens ist noch nicht viel los. Die fleißigen Bienchen warten auf die Sonne. 




3/12 Zeit für Kaffee Nr.2




4/12 Ansatz trainieren für Tristan am Sonntag. Geht wie so vieles nur mit Bach. 




5/12 #mmmay16 ist ja auch noch, ich trage ein knotenkleid aus recht unstretchigem ringeljersey.




6/12: Ich könnte ja stundenlang gucken, ähem... Im linken volk wird jetzt eifrig gesammelt, seht ihr die pollenbeinchen? 





7/12 ab in den ofen, ich find es sieht lecker aus. Mal sehen was die Kinder sagen 😳(kommen noch Nudeln dazu).



8/12 gepimpte Reste einpacken für den Abenddienst im fernen Saarland.




9/12 Trinken nicht vergessen! Ich bin so verliebt in meine neue Blümchenflasche 😍



10/12 Der LKW ist leer, alles schon im Graben. Bildungswerkstatt, nette Bezeichnung für ein Theater? 😉



11/12 Geschafft! Das war die letzte Vorstellung Barbier. Megalangweilig für die Oboe...




12/12 Endlich zuhause! Grüne Eigenkreation als Betthupferl. 

Danke fürs Schauen! Alle anderen 12v12er sammelt Caro von Draussen nur Kännchen

11.5.16

MeMadeMittwoch am 11.5.2015


Endlich mal wieder ein neues Kleid! Als Nina vor einigen Wochen dieses Kleid von how-to-do-fashion, einem dänischen Indienpattern-Label zeigte, dachte ich, sowas hast Du doch gerade in der Knip gesehen. Also in der Fashion Style, ihr wisst schon.
Das Kleid war mir im Heft schon aufgefallen, der Ausschnitt und die überschrittenen Ärmeln gefielen mir sehr gut, also hab ich mich gleich ans Abpausen gemacht.
Fertig geworden ist es heute endlich zum MeMadeMittwoch!



Grundsätzlich finde ich Indie-Labels toll und unterstützenswert. Aber viele Versuche mit neuen Schnitten lassen mich immer wieder zurück zu meiner geliebten Knip kehren, die Sachen passen mir einfach am Besten und sitzen wie ich es gerne habe. Im Moment denke ich bei vielen neuen Schnitten, ach wie schön, das wäre doch was, aber dann, nee, kauf ihn lieber nicht, das kann man bestimmt auch nachbasteln und hat dann keinen ärger mit der Passform. Schade für die Indie-Labels, aber praktischer für mich!


Basteln war hier garnicht nötig, der Schnitt ist von der Silhouette fast gleich, es fehlen lediglich die Falten an der Brust. Die Ärmel sind bei Ninas Kleid extra, hier angeschnitten. Ausserdem gibt es das kniptypische Taillenband. Den Rockteil habe ich gekürzt, der war mir zu lang. Könnte sein, daß ich da etwas zu sehr ad libitum abgeschnitten habe, hust, egal!



Hier das Bild aus dem Heft, es hat Taschen und ich habe endlich begriffen wie Taschen mit Seitennahtreissverschluss zu nähen sind, yeah!
Allerdings habe ich an anderen Stellen der Anleitung mehrfach überlegen müssen, was gemeint ist. Allen Ernstes habe ich mir an zwei Stellen überlegt was da jetzt auf holländisch stehen würde, weil ich die deutsche Übersetzung nicht verstanden habe... Liebe Fashionstyle-Magazin-Redaktion, da ist noch Nachbesserungsbedarf! 


Anleitung: FashionStyle bzw. Knipmode 3/2016 
Änderungen: Rocklänge
Stoff: Echter Türkenstoff vom Maybachufer, schon etwas länger im Vorrat
Würde ich nochmal nähe: JAA!
Hätte ich fast vergessen: In der Anleitung wird nach dehnbarem Stoff verlangt, meiner ist Webstoff ohne Stretch. Ich hab es probiert und kann kein Problem erkennen. Geht also auch aus nicht dehnbarem Stoff!



Und was haben sich die anderen Damen heute an neuen Kleidern so gegönnt?

10.5.16

MeMadeMay 2016 Tage 1-8



Endlich mal wieder ein Post von mir! Mir fehlt das bloggen total, ich hätte viel zu erzählen, aber ich komme einfach kaum dazu, genausowenig wie zum Nähen, schluchz. Aller aufgeschobenen Posts zum Trotz habe ich letzte Woche spontan beschlossen, doch beim MMMay mitzumachen. Auf Instagram dreht sich gerade fast alles nur um den MMMay16 und das posten dort geht so schön zwischendurch, ideal wenn man quasi im vorbeigehen schnell ein Foto hochladen kann. 

Die Vorgabe für den MMMAY beinhaltet ein 'Pledge', da ich sowieso jeden Tag selbstgenähtes trage, seit Jahren, ist das immer etwas schwierig. Ich habe mir diesmal vorgenommen, gleichzeitig den Schrank zu durchforsten und Sachen auszusortieren. Ich habe nämlich, tadaa, ein paar kilo abgenommen und jetzt müssten mir wieder alle die Sachen passen, die ich noch aus alten Zeiten im Schrank hatte. Bleibt die Frage, was ich davon tatsächlich noch brauchen kann/anziehen möchte. Was jetzt weg kann, kann wirklich weg!

Los ging es sonntags mit einem Blick auf ein Festtagsoutfit, meine Nichte wurde konfirmiert (den Blick in den perfekten Blogger-Spiegel bei meinem Bruder könntet ihr schon kennen...). Ich trage ein rotes Kleid aus Seide aus der Knipmode, ein Maxima-Kleid von 2013, dazu meine Gweneth-Strickjacke. Dieses Kleid hatte ich bisher nur einmal an, ich freue mich sehr, daß es wieder passt.



Tag 2: Vogue 1027, ein Dauerbrenner. Leider zeiht sch bei schwerem Viskosejersey das Oberteil etwas lang.


Tag 4: Knipmode April 2013, das erste Stück mit Basisschnitthilfe genäht.


Tag 3 und 5: Knipkleid, auch ein bisschen groß jetzt.


Tag 6: Sehr froh bin ich darüber meine Knotenkleider wieder anziehen zu können, hier das dunkelblaue. an diesem Tag war Mottotag gelb, ich habe aber nur gelbe Schuhe zu bieten.


Tag 6 und 7 trug ich mein rotes Crepe-Kleid von Colette, dazu scheint es gar keinen Post zu geben. Es ist auch schon einige Jahre alt.


Das nächste Foto wollte ich Euch auch nicht vorenthalten, am Sonntag trug ich ausserdem eine HOSE! eine alte, selbstgenähte allerdings, immerhin. Ich hatte Dienst und die Kleiderordnung war eine von mir sehr ungeliebte: unten schwarz, oben einfarbig bunt. Ich mag das nicht! Ich trage nur Kleider, sie sind oben wie unten gleich, jawoll!
Vielleicht sollte ich mir mal einen schwarzen Rock nähen und einzwei schicke Blusen, oder ein Kleid mit einem farbigen oberen Teil? Zuviel Aufwand bestimmt.
Beide Schnitte sind natürlich aus der Knip und bestimmt vor 2010 entstanden, eher noch früher.
Das Top ist eigentlich sehr schön, aus fuchsiafarbenem Leinen den ich in Paris gekauft hatte, die Farbe kommt hier nicht gut raus. Er ist edel und dünn, aber unverwüstlich: Aus den Resten habe ich das Münzfach meines Geldbeutels genäht...:-D


13.4.16

MeMadeMittwoch am 13.4.2016

Die Bilder die ich Euch heute zeige sind vom letzten Samstag, entstanden nach getaner Arbeit. Fix und fertig aber zufrieden nach 5 1/2 Stunden Tristan und Isolde.


Das Kleid habe ich extra für die Premiere genäht. Für ein eher kleines Haus wie unseres ist so eine Wagner-Oper kein Alltag und ehrlich gesagt habe ich mich bisher so gut es geht um Wagner gedrückt. Wenn man sich ein bisschen mit der Person Wagner beschäftigt sinkt der Sympathiegrad reichlich nach unten, die Musik ist groß aber auch schwer und lang. Naja, das führt jetzt hier zu weit. Diesmal kam ich jedenfalls nicht drum rum und hatte großen Respekt vor der Aufgabe. Als Oboistin muss ich vor allem eins sagen: Anstrengend!! Wagner mochte die Oboe offensichtlich gern, man hat ständig zu spielen. Reine Musik sind das hier 4 1/4 Stunden, etwa doppelt so lang wie normale Opern. Da muss man regelrecht trainieren um durch zu kommen. Andere Instrumentengruppen tauschen nach zwei Akten einfach die Besetzung aus...

 

Für die Premiere darf es gern ein bisschen festlicher sein, deswegen habe ich einen sehr edlen Wollcrepe angeschnitten, den ich als Rest ergattert hatte. Die Spitze hatte ich mal von jemandem geschenkt bekommen. Im Orchestergraben (oder auf einer Bühne) kann es ganz schön warm sein, vor allem wenn die Klimaanlage nicht richtig funktioniert wie bei uns zur Zeit (yeah....), Wolle ist zwar warm, kann aber viel Feuchtigkeit aufnehmen, ich finde das eigentlich ganz angenehm als Arbeitskluft. Wie gesagt, Oboe spielen ist anstrengend.
Das Oberteil habe ich gefüttert, direkt auf der Haut mag ich die Wolle dann doch nicht. Das Futter habe ich am Armausschnitt von Hand befestigt, innen ist hier also alles sehr ordentlich.


Dafür hat er eine kleine Beule bekommen, vielleicht hätte ich die Schulternaht noch besser anpassen sollen. Aber vielleicht fällt das nur mir auf.
Der Schnitt ist aus der Fashion Style aka Knipmode, ich glaube das Novemberheft 2015. Das war ein Baukastenkleid, ich habe dieses Kleid genommen und die engeren Dreiviertelärmel dazu. Die Rocklänge orientierte sich dann eher an der verbleibenden Stoffmenge.
Ich habe dämlicherweise die vordere Naht in der Mitte vergessen (beim Zuschneiden), den Schlitz habe ich also so reingefriemelt, der ist jetzt eher etwas empfindlich. Das kann ich nicht empfehlen.


Ob die anderen Mittwochsdamen auch feierliche Anlässe für Ihre gezeigten Klamotten haben, könnt ihr hier sehen.